Rettung für alte Tiere Gnadenhof Fränkische Schweiz
In der Reportage über den Gnadenhof in der Fränkischen Schweiz geht es diesmal zum einen um die vielen Vorbereitungen, die während des Winters nötig sind, um die Tiere sicher durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Zum anderen finden aber auch viele Rettungsaktionen für Tiere in Not statt.
Seit über zwanzig Jahren gibt es den Gnadenhof Fränkische Schweiz. In der Nähe der oberfränkischen Stand Pegnitz liegt der Hof, der sich über 13.000 Quadratmetern erstreckt. Es ist ein idyllisches Gelände mit vielen Stallungen und Koppeln. Hier verbringen rund 120 verstoßene, alte und kranke Tiere ihren Lebensabend. Die Einrichtung wurde von Monika Pracht als private Initiative gegründet. Mittlerweile ist es ein Verein.
Minimalbesatzung und viele Helfer
Mit nur vier Menschen wird der Betrieb des Gnadenhofes aufrecht erhalten. Insgesamt betreut diese Minimannschaft rund 120 Tiere. Ohne freiwillige Helfer wäre das gar nicht zu schaffen. Manche kommen sogar täglich und helfen beim Ausmisten, Füttern oder Hundeausführen. Der Tierpfleger Ludwig Weidner betreut die meisten die ehrenamtlichen Helfer.
Keine kommerzielle Einrichtung
Der Hof ist eine private Einrichtung zur Tierhilfe und wurde 1990 von Monika Pracht Ins Leben gerufen. Weder die Stadt Pegnitz noch der bayerische Staat fördern diese Initiative. Finanziert wird der Gandenhof nur durch Spenden. Reich werden all diejenigen, die hier regelmäßig arbeiten nicht. Dafür werden sie reich beschenkt durch die Zuneigung ihrer Schützling. Tierschutz geht den Menschen im Gandenhof über alles.
Keine Abgabestation für Haustiere
Immer wieder kommt es vor, dass Tierbesitzer meinen, ihre Tiere im Gnadenhof abgeben zu können. Dieses Missverständnis beruht vor allem auf der Tatsache, dass viele Tierhalter sich Tiere anschaffen und sie dann nach einiger Zeit wieder loswerden möchten. Doch im Grunde gehören solche Tiere ins Tierheim. Dort werden sie weitervermittelt. Der Gnadenhof möchte wirklich nur solche Tiere aufnehmen, die andernorts keine Chance mehr hätten, weil sie krank, alt und gebrechlich sind.
Initiative Gnadenhofkids
Der Verantwortung einem Tier gegenüber sind sich viele Menschen nicht bewusst. Sie schaffen sich ein Tier an, ohne zu überlegen, dass dies eine hohe Verantwortung und lange Verpflichtung bedeutet. Daniela Pracht, die Tochter der Gründerin, hat daher eine Jugendgruppe - die Gnadenhofkids - ins Leben gerufen. Sie vermittelt diesen Kindern frühzeitig, was es bedeutet, ein Haustier zu haben. Mit den Gnadenhofkids wachsen Menschen heran, die hoffentlich das Engagement für Tiere als einen wichtigen Teil in ihrem Leben beibehalten.
Gnadenbrot für alte Tiere
Angefangen hat alles mit einem kleinen, kranken und abgemagerten Pony aus einem Zirkus. Es lebt heute noch. Zur Zeit leben rund 120 Tiere dort. Der Begriff Gnadenhof hängt ursprünglich mit dem Gnadenbrot zusammen, das haben früher Arbeitspferde bis zu ihrem Lebensende bekommen, wenn sie nicht mehr arbeiten konnten. Mittlerweile haben dort bereits rund 500 Tiere einen friedlichen Lebensabend verbracht und ihr Gnadenbrot erhalten.
Mitstreiterin erhält Tierfreundepreis
Einmal im Jahr vergibt Monika Pracht den Tierfreundepreis an besonders im Tierschutz engagierte Menschen. 2012 ging er an Petra Klein aus Möchs bei Hiltpoltstein. Petra Klein unterstützt zum einen den Gandenhof und anderseits hat sie auf ihrem eigenen Anwesen Ställe und Koppeln für Pferde gebaut. In ihrem Minignadenhof neben ihrem Einfamilienhaus gewährt Petra Klein drei alten Pferden das Gnadenbrot. Sie hat die Tiere abgekauft und so bleibt ihnen der Schlachthof erspart. Nur wenige Menschen engagieren sich derart für kranke Tiere. So eine private Initiative unterstützt den Gedanken, dass Tiere mehr sind als ein Gebrauchsgegenstand. Sie haben wie der Mensch ein Recht auf ein würdiges Leben.

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