Bayerisches Fernsehen - Wir in Bayern

Wirtshaustipp 'Restaurant Schloß Kalteneck' in Schwenningen

Wirtshaustester Wolfgang Schneider ist diesmal in Schwaben unterwegs, genauer gesagt im Landkreis Dillingen an der Donau. In Schwenningen besucht er das 'Restaurant Schloß Kalteneck'.

Stand: 16.02.2012
Restaurant Schloß Kalteneck in Schwenningen | Bild: BR

Besonderheiten des 'Restaurant Schloß Kalteneck'

"Wir in Bayern"-Wirtshaustester Wolfgang Schneider schätzt vor allem zwei Dinge am 'Restaurant Schloß Kalteneck': "Dieses Wasserschloss ist einfach ein wunderschöner Bau. Das Haus hat richtig Atmosphäre. Schon wenn man ankommt, ist das was ganz Besonderes. Und zweitens: der Mut der Wirtefamilie Dietrich (Stefanie und Tim) in einem Ort mit 1.500 Einwohner, mitten in der schwäbischen Provinz, gehobene Küche anzubieten.

Das 'Restaurant Schloß Kalteneck' von innen.

Die beiden Eheleute sind Profis: sie ist Restaurantmeisterin und er ist Küchenmeister mit verschiedenen Stationen im In- und Ausland. Das merkt man auch an der Einrichtung und dem Stil - zum Beispiel im Gewölbesaale des Schloss-Restaurants, das die Dietrichs 2004 übernommen haben.

Geschichte

Das Schloss Kalteneck in Schwenningen.

Das Schloss Kalteneck, ein Wasserschloss, wurde um 1570 erbaut. Der Bauherr: Ritter Kaspar Schenk zum Schenkenstein. Das Schloss wurde in den Weiher hineingebaut, das Fundament besteht aus Eichenstämmen, die ummauert und mit Erde aufgefüllt wurden. Der Name Kalteneck kommt eben von den Ostwinden, die im Winter kalt ums Eck pfeifen. Das Haus selbst ist ein Renaissancebau mit vier eckigen Erkern. Seit 1830 gibt es in dem Schloss gastronomische Betriebe.

Küchenart

"Wir sind hier in einer Gastronomie, die sich knapp unter einem Stern bewegt - also das ist schon was richtig Gutes. Und selbstverständlich hat ein Koch von dieser Klasse den Anspruch, sich immer weiterzuentwickeln. Die Produkte müssen hier von guter Qualität und immer frisch sein. Viel Regionales, aber selbstverständlich ist auch: Qualität geht vor Regionalität. Gekocht wird unkompliziert - ohne Spielereien."

Preise

"So ein Essen leistet man sich nicht jeden Tag: Aber wie immer ist ja Preis-Leistung entscheidend. Dieses Verhältnis passt hier. Hauptgerichte zwischen 17 und 28 Euro. Ich empfehle ein Menü: Drei Gänge kosten 35 Euro und vier Gänge 45 Euro.

"Schneiders Menü"

"Als Vorspeise gab es einen Saibling aus dem Schlossweiher - und zwar auf zweierlei Art: Als Tatar angemacht mit asiatischer Fischsauce, Koriander, Sesam, Salz, Olivenöl, auf einer angebratenen Gewürzmelone. Und: Pochiert, mit einem Schnittlauchmantel. Das dritte auf dem Vorspeisenteller ist eine dünne Teigrolle, gefüllt mit Avocadocreme.

Schneiders Hauptspeise: Rosa gebratene Rehkeule mit Schupfnudeln und Apfel-Blaukraut.

"Bei der Hauptspeise fangen wir mit der Beilage an: Wir sind in Schwaben, also gibt's Schupfnudeln. Das ist ein ganz normaler Kartoffelteig mit Mehl und Eigelb. Und die schmecken besonders gut mit Apfel-Blaukraut zu einer rosa gebratenen Rehkeule mit Wacholderjus. Dieses Fleisch hat wirklich sensationell geschmeckt, butterzart, das ist fast auf der Zunge zergangen. Der Grund dafür ist eine Garmethode, die in der Spitzengastronomie üblich ist: Das sous-vide-garen (französisch 'sous' bedeutet 'unter' und 'vide' bedeutet 'leer'), also das Vakuumgaren. In diesem Falle wurde die Rehkeule 25 Minuten lang im Wasser bei 66 Grad gegart. Natürlich im Vakuumbeutel."

Anreise

"Schwenningen liegt in Schwaben, direkt an der Bundesstraße B16 zwischen Donauwörth und Dillingen. Ca. 50 Kilometer nördlich von Augsburg. Von München und Nürnberg aus ist es ungefähr gleich weit. Gut 100 Kilometer.

Freizeit

Das Stadttor von Donauwörth, das Rieder Tor.

"Unbedingt die 15 Kilometer weiterfahren und Donauwörth anschauen. Das ist ein schöner Ausflug in die mittelalterliche Geschichte. Und das sind die Anfänge von Donauwörth: das Ried. Das ist eine kleine Insel in der Wörnitz, auf der sich schon um 500 Fischer angesiedelt haben. Beim Spaziergang kommen Sie auch am markanten Heimatmuseum vorbei. Sie sehen die Kleine Wörnitz, Reste der Stadtmauer mit integrierten Häusern, den Turm des Liebfrauenmünsters und das Kloster Heiligkreuz. Besonders markant: das Stadttor, das Rieder Tor!"