Sonnenbrillen Gesundheitstipps fürs Auge
Wer sich Sonnenstrahlen aussetzt, sollte nicht nur seine Haut, sondern auch seine Augen schützen. Gesundheitsexpertin Petra Peschel gibt eine kleine Sonnenbrillenkunde und erklärt, worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Gefahren durch zu viele UV-Strahlen
Werden die Augen nicht vor zu vielen UV-Strahlen geschützt, können Hornhaut und Linse beschädigt werden. Außerdem kann insbesondere der Blauanteil des weißen Lichts - also des sichtbaren Bereichs - die Netzhaut und dort den Punkt des schärfsten Sehens schädigen. Diese bleibenden Schäden werden aber oftmals erst Jahre später bemerkt. Sie zeigen sich beispielsweise in Entwicklung oder Verstärkung einer Linsentrübung, dem so genannten grauen Star. Bei geschädigter Netzhaut kann eine Makuladegeneration, auch Altersblindheit genannt, die Folge sein. Daher ist eine wirklich gute Sonnenbrille, die die Augen entsprechend schützt, besonders wichtig.
Darauf sollten Sie beim Kauf achten:
Empfehlenswert ist UV-400
Die EU-Norm (UV-380) ist hinsichtlich des UV-Schutzes nicht ausreichend. Ein garantierter UV-Schutz ist beim Kauf einer Sonnenbrille das A und O. Eine dunkel getönte Brille sagt darüber aber, anders als häufig angenommen, nichts aus: Tönung ist nicht gleich UV-Schutz! Die Brille sollte mit Schutz 400nm oder UV-400 gekennzeichnet sein. UV-400 bedeutet, dass alle gefährlichen Wellen im ultravioletten Bereich von den Gläsern gefiltert werden, sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlung.
Sonnenbrillen, die das CE-Zeichen tragen, das sich normalerweise auf der Innenseite des Bügels befindet, entsprechen den Anforderungen einer EU-Richtlinie. Diese Richtlinie gilt allerdings nur bis 380 nm.
Zusätzlicher Blaufilter
Nach EU-Norm ist ein zusätzlicher Blaufilter - der "Blue Blocker" - leider nicht standardisiert. Gerade Blaulicht schadet aber dem inneren Auge, genauer gesagt der Netzhaut.
Tipp
Fragen Sie Ihren Optiker nach einem Blauschutz, um der sogenannten Altersblindheit vorzubeugen. Besonders wichtig ist der Blauschutz für Personen mit blauen oder blaugrauen Augen, Raucher, Kinder, aktive Sportler und für alle, die im Freien arbeiten.
Blendschutz-Kategorie
Die Brille sollte mindestens Blendschutz-Kategorie 2 haben. Die Blendschutz-Kategorie ist in der Innenseite des Bügels zu finden und gibt Auskunft, wie sehr das Licht gefiltert wird. "Allround-Kategorie" in Mitteleuropa ist Kategorie 2 als mittlerer Blendschutz für die meisten Situationen. Ist keine Kategorie genannt, liegt die Lichtdurchlässigkeit in der Regel bei 31 bis 40 Prozent und damit in Kategorie 2.
| Kategorien | |
|---|---|
| Kategorie 1 | Eignet sich nur bei bedecktem Himmel |
| Kategorie 2 | Eignet sich für die meisten Situationen im mitteleuropäischen Raum |
| Kategorie 3 | Eignet sich für Urlaube in den Bergen oder am Strand im Süden |
| Kategorie 4 | Eignet sich für das Hochgebirge und Gletscher |
Farbauswahl der Gläser
Graue Gläser sind farbneutral und deswegen z. B. im Straßenverkehr am besten geeignet, weil sie die Umgebung nicht verfälschen. Braune Einfärbung wirkt wie auch grün leicht farbverfälschend.
Streulicht
Am wichtigsten ist, dass die Augen ideal abgeschirmt werden. Grund: Sind die Gläser zu klein und die Bügel zu schmal, können bis zu 60 Prozent Streulicht ins Auge gelangen. Der Effekt selbst guter Gläser ist damit zunichte gemacht.
Eine optimale Brille sollte deswegen zum Schutz vor Streulicht:
- bis zu den Augenbrauen reichen
- seitlich bis zum Gesichtsrand reichen
- insgesamt nah am Kopf anliegen
- über die Seite geformte Gläser haben
- breite Bügel können ebenfalls einen Schutz bieten

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