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Ihre Gesundheit Umgang mit Schmerzmitteln

Es gibt zahlreiche frei verkäufliche Schmerzmittel auf dem Markt. Viele halten sie für völlig harmlos und schlucken sie sorglos hinunter. Aber rezeptfrei heißt nicht gleich risikofrei. Gesundheitsexperte Dr. Klaus Tiedemann gibt Tipps zum richtigen Umgang mit Schmerzmitteln.

Stand: 20.02.2012
Schmerzmittel | Bild: BR

Grundsätzliche Tipps zur Einnahme von Schmerzmitteln:

  • Durch eine Kombination von Schmerzmitteln wird nicht die schmerzstillende Wirkung, sondern nur das Risiko für Nebenwirkungen gesteigert. Daher ist nur ein Wirkstoff besser als Kombinationspräparate (z. B. ASS mit Paracetamol).
  • Schmerzmittel, die auch noch ein belebend wirkendes Koffein enthalten, sind nicht empfehlenswert. Aufgrund der Wirkverstärkung müssen auf jeden Fall die Höchstdosen (steht im Beipackzettel) beachtet werden.
  • Nehmen Sie Schmerzmittel mit reichlich Wasser und gemeinsam mit Nahrung ein.
  • Trinken Sie keinen Alkohol!
  • Achten Sie auf eine genaue Dosierung, da eine Überdosierung giftig sein kann.
  • Mischen Sie keine Schmerzmittel, z. B. wenn Paracetamol nicht hilft, auch noch ASS dazu.
  • Achten Sie auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten! Sprechen Sie daher vorher mit Ihrem Arzt ab, welches Schmerzmittel für Sie geeignet ist.
  • Nehmen Sie in Selbstmedikation nur max. 3 bis 4 Tage lang rezeptfreie Schmerzmittel ein, da eine dauerhafte Einnahme zur Abhängigkeit führen kann.

Die drei bekanntesten (frei verkäuflichen) Wirkstoffe gegen leichte bis mittelstarke Schmerzen sind:

Acetylsalicylsäure (ASS)

Geeignet für:

  • Grippale Infekte.

Nicht geeignet für:

  • Schwangere, Kinder unter 12 Jahren (Risiko Reye-Syndrom) und ältere Personen. Grund: ASS hat eine blutverdünnende Wirkung.
  • Asthmatiker (kann Asthmaanfall auslösen).
  • Zahnschmerzen, denn: sollte doch ein Eingriff notwendig sein, besteht durch ASS eine Blutungsgefahr.

Gefahren:

  • ASS kann sehr schnell zu Blutungen und Magengeschwüren führen. 60 Prozent aller Magengeschwüre machen keine Schmerzen!

Paracetamol

Geeignet für:

  • Schwangere, Kinder und ältere Personen.
  • Erkältungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber.

Nicht geeignet für:

  • Personen mit gestörter Nieren- oder Leberfunktion. Bei einer nicht exakten Dosierung kann hier Paracetamol sogar Gift sein, da Paracetamol schon in vergleichsweise geringer Überdosierung lebertoxisch wirken kann!
  • Personen, die regelmäßig Alkohol zu sich nehmen.
  • Katerkopfschmerzen, da die Leber noch damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen.
  • Entzündungen, da Paracetamol keine entzündungshemmende Wirkung hat.

Gefahren:

  • Achten Sie genau auf die angegebene Dosierung, denn die zur Wirkung notwendige Menge und die bereits giftige Menge liegen sehr nah zusammen!
  • Wirkt bereits in vergleichsweise geringer Überdosierung lebertoxisch.
  • Überdosierung kann zu Leberversagen führen und lebensbedrohlich sein.
  • Nierenschäden sind ab 1000 Gramm Paracetamol zu erwarten (2 Tabletten täglich führen innerhalb von 3 Jahren zum Nierenschaden) .

Ibuprofen

Geeignet für:

  • Entzündungen, Schmerzen.
  • Fieber.
  • Kinder (als Saft oder Zäpfchen).

Nicht geeignet für:

  • Im letzten Drittel der Schwangerschaft (Wehenhemmung).
  • Asthmatiker (kann Asthmaanfall auslösen).

Gefahren:

  • Nehmen Sie Ibuprofen möglichst in geringer Dosis ein. Die max. Tagesdosis für Erwachsene beträgt 1200 Milligramm. Mehr hilft nicht gleich mehr bei Schmerzen, belastet aber mehr den Körper.
  • Verglichen mit ASS und Paracetamol treten bei Ibuprofen weniger Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich sowie der Blutgerinnung auf.