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Schwerhörigkeit Tipps für passende Hörgeräte

Schwerhörigkeit ist mittlerweile - wie Bluthochdruck und Diabetes - eine Volkskrankheit. 15 bis 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter, aber nur 20 bis 30 Prozent tragen ein Hörgerät. Denn: Viele wollen sich ihre Schwerhörigkeit nicht anmerken lassen und wagen gar nicht erst den ersten Schritt zum Arzt. Hörgeräte-Tipps von HNO-Arzt Dr. Thomas Meier-Lenschow.

Stand: 07.02.2012
Hörgerät | Bild: picture-alliance/dpa

Schleichender Gehörverlust

In der Regel wird das Gehör nicht ganz plötzlich von einem Tag auf den anderen schlechter, sondern über Jahre hinweg. Häufig fällt dies dem Betroffenen selbst gar nicht auf.

Anzeichen für Schwerhörigkeit:

  • Sie haben Probleme, Gespräche zu verfolgen wenn Hintergrundgeräusche vorhanden sind (z. B. im Café).
  • Sie haben Schwierigkeiten, einzelne Worte zu verstehen.
  • Sie müssen den Fernseher oder das Radiogerät lauter stellen.
  • Sie haben Probleme, Ihren Gesprächspartner am Telefon zu verstehen.
  • Sie hören ein ständiges Hintergrundrauschen.
  • Verwandte oder Bekannte bemerken, dass Sie bei Gesprächen häufiger nachfragen oder nicht mehr mitreden.


Zu Beginn der Schwerhörigkeit: Sie nehmen keine hohen Töne mehr wahr (Sie können z. B. kein Grillenzirpen mehr hören). Mit der Zeit wird es dann auch immer schwieriger, tiefere Frequenzen zu hören.

Frühzeitige Behandlung

Je früher eine Schwerhörigkeit behandelt wird, desto besser. Schließlich vergisst das Gehirn mit der Zeit, wie bestimmte Dinge klingen. In den meisten Fällen bekommen die Patienten ein Hörgerät angepasst.

Je später der Patient ein Hörgerät bekommt, desto schwieriger wird es für ihn, die durch das Hörgerät wahrnehmbaren Geräusche zuzuordnen und die stillgelegten Hörbahnen wieder zu aktivieren.

Tipp

Lassen Sie daher regelmäßig beim HNO-Arzt einen Hörtest machen und suchen Sie spätestens bei o. g. Anzeichen einen Arzt auf.

Auswahl der Hörgeräte

Im-Ohr-Geräte

  • Diese Geräte liegen in der Ohrmuschel oder verschwinden im Gehörgang.
  • Nicht geeignet bei stark ausgeprägter Schwerhörigkeit (hier sind Hinter-dem-Ohr-Geräte besser geeignet).

Hinter-dem-Ohr-Geräte

  • Über einen dünnen Kunststoffschlauch wird der versteckte Schall ins Ohr geleitet oder ein kleiner Lautsprecher im Gehörgang ist mit dem Hörgerät verbunden.
  • Mittlerweile ist dieser Typ von Hörgerät aufgrund angenehmer Trageeigenschaften und guter Hörverbesserung der Favorit.

Implantierbare Hörgeräte

  • Diese werden unter die Kopfhaut eingesetzt und koppeln direkt an die Gehörknöchelchen an.
  • Sie sind aufgrund hoher Kosten und diffiziler Operation nur für Sonderfälle vorgesehen.

Kosten
Die Preisspanne für Hörgeräte liegt zwischen 400 bis 4000 Euro pro Stück. Der Preis hängt ab von den technischen und elektronischen Möglichkeiten des Gerätes, den Schall zu verarbeiten.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen pro Hörgerät ca. 400 Euro dazu, die Privatkassen sind meist großzügiger.