Bayerisches Fernsehen - Wir in Bayern

Rekord-Reisende Tanja & Denis Katzer

Tanja (42) und Denis Katzer (52) aus Schwaig bei Nürnberg wollen die "größte bislang dokumentierte Expedition der Menschheitsgeschichte" durchführen – die soll, in Etappen, insgesamt 30 Jahre dauern! Jetzt sind sie von ihrer fünften Etappe zurück, nach über einem Jahr bei den letzten Rentiernomaden in der Mongolei!

Stand: 30.10.2012

Das Ziel der Abenteuerer Denis und Tanja Katzer auf ihrer letzten Etappe: die letzten Rentiernomaden, die Tuwas, ein Volk, das zu den Turkvölkern gehört und das auf den Gebieten Russlands, Chinas und der Mongolei lebt. "Wir haben die Tuwas schon vor 16 Jahren auf einer früheren Reise in die Mongolei kennen gelernt und es war unser großer Traum, einmal einen Winter mit ihnen verbringen zu dürfen, als erste Europäer überhaupt!"

Tanja Katzer mit einem Fohlen, das während der Reise zur Welt kam.

Start der fünften Etappe war im Sommer 2011 in Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei. Dort kümmerten sich die beiden erst mal um ganz viel Papierkram und besorgten sich Pferde, mit denen sie rund 3.000 Kilometer durch die Mongolei reiten wollten, bauten einen Pferdewagen und fanden zwei Begleiter: Bilgee, der sich um drei Reitpferde und drei Packpferde (und vieles mehr) kümmerte, und einen Übersetzer, der aber dann doch kaum Englisch konnte und dem es vor Erreichen des Wintercamps "zu kalt" wurde, bevor er den Tross endgültig im Stich ließ und die Expedition verließ. Mit dabei beim Tross: ein Wachhund.

War von der Gastfreundschaft der Mongolen fasziniert: Tanja Katzer.

"Ihr werdet aufgeben oder sterben", hatten die Einheimischen immer wieder prophezeit, wenn Denis und Tanja erzählten, dass sie einen Winter in der Taiga verbringen wollten. Bei Temperaturen zwischen minus 40 und minus 50 Grad in der Wildnis, das tun sich auch bei den Mongolen nicht mehr viele an und bleiben lieber in den Städten. Im Zelt hatte es dann immerhin noch minus 25 Grad, "da musste man jeden Tee schnell trinken, bevor er auskühlt und die Tasse an den Lippen festfriert", sagt Denis.

Todesfalle Toilettengang

Denis Katzer ist nicht besonders kälteempfindlich: im Zelt herrschen Temperaturen von minus 25 Grad.

Bei den Temperaturen muss jede Handlung gut überlegt sein und auch normalste Handlungen können zur Todesgefahr werden: "Eines Nachts musste ich bei minus 35 Grad nach draußen, um mich zu erleichtern. Als ich dann aufblickte, fand ich in der absoluten Finsternis nicht mehr den Weg zur Jurte zurück. Nur leicht bekleidet stapfte ich durch den Wald. Der starke Wind trug dazu bei, die skurrile Situation zu verschärfen. Ich hab‘ mir gedacht, ich hab' in meinem Leben schon so viele brenzlige Situationen überlebt, ich will jetzt nicht sterben, nur mit der Unterhose bekleidet und beim Gang auf die Toilette. Durch meinen Instinkt geleitet und weil ich nicht in Panik geriet, fand ich rechtzeitig die rettende Jurte", erzählt der Rekord-Reisende.


0