Bayerisches Fernsehen - Wir in Bayern

Geigenbaumeister Anton Sprenger

Anton Sprenger (44) aus Mittenwald ist Geigenbauer mit Leib und Seele: "Mir geht es nicht darum, viel Geld damit zu verdienen, sondern etwas Besonderes zu schaffen!" Deshalb baut er im Jahr auch nur vier bis fünf Violinen, die zuhause bei ihm auf ihren Meister warten. Bisher fand jede Geige auch ihren Musiker.

Stand: 22.01.2013
Geigenbaumeister Anton Sprenger | Bild: privat

"Geigen zu bauen ist mir lieber als sie zu spielen", sagt Anton Sprenger, der mit acht Jahren mit dem Geigenspielen anfing. Von Anfang an sei er begeistert von diesem filigranen Instrument gewesen, wusste aber bald, dass aus ihm kein Stargeiger werden würde. Deshalb machte er seinen Meister im Geigenbau. "Geige spielen können viele, aber eine gute Geige bauen nur wenige", sagt der zweifache Vater. Trotzdem greift er regelmäßig zur Geige und spielt am liebsten in der barocken Mittenwalder Stadtkirche: "Die Architektur passt so grandios zum Instrument - das geht mir jedes Mal wieder unter die Haut."

Arbeiten wie vor 300 Jahren - ohne Strom und elektrische Geräte

Dass er nicht anders arbeite wie die großen Meister vor 300 Jahren, das schätze und liebe er an seinem Beruf. In der Regel hobelt er allein einen Tag an der Decke einer Geige. 200 Stunden Minimum arbeitet er an einem Instrument. "Sie können eine Blumenwiese in vier Minuten malen, sich aber auch vier Wochen dafür Zeit lassen, das liegt ganz bei Ihnen", sagt er. Das besondere an seinen Geigen ist der Lack. "Ich stelle meine Öllacke aus geschmolzenen Harzen wie Bernstein und Sanderac selbst her und vermische sie mit der richtigen Dosis Leinöl. Bis zu acht Schichten trage ich dann auf. Der Lack muss weich und elastisch auf dem Instrument liegen."

Kunden kommen aus der ganzen Welt

"Mit meinem Beruf könnte ich eigentlich überall auf der Welt arbeiten, brauche ich aber nicht, denn mittlerweile hat es sich auf der ganzen Welt rumgesprochen, dass in Mittenwald die Geigen daheim sind", erzählt er stolz. So hat ein Kinderarzt aus Taiwan beispielsweise ungesehen die beste Geige geordert, weil er einen Kollegen auf einer echten "Sprenger" spielen hörte. Eine Japanerin spielte acht Stunden mit einer "Sprenger-Geige", fiel vor ihm auf die Knie und hatte Tränen in den Augen, als sie bei Nacht die Werkstatt wieder verließ. "Diese Momente sind es, die mich berühren!", sagt Sprenger.


2