Das begehrteste Fotomotiv des Abends: die dänische Schauspielerin Brigitte Nielsen.
Wiener Opernball 2012 Aus dem Takt, aber mit vollem Schwung
Der 56. Wiener Opernball ist zu Beginn ein wenig aus dem Takt geraten: Statt wie üblich Punkt 22.00 Uhr begann das große Spektakel in der Staatsoper erst ein paar Minuten später. Eine rauschende Ballnacht wurde es trotzdem.
Für Glanz und Glamour sorgten zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness. Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer brachte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit. Auch das halbe österreichische Kabinett und die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner ließen sich den Ball der Bälle nicht entgehen. Aus der Kultur- und Sportbranche kamen Schauspielerin Christiane Hörbiger und Star-Geiger David Garrett, Lothar Matthäus, das frühere Top-Model Helena Christensen und Boris Becker. Sein Kommentar zu so viel Dreivierteltakt: "Die Musik ist toll, auch wenn ich keinen Walzer tanzen kann."
"Rosenkönigin" Brigitte Nielsen
Bauunternehmer Richard Lugner hatte als Begleitung "Dschungelkönigin" Brigitte Nielsen und Ex-007-Darsteller Roger Moore engagiert. Nielsen bewies in ihrem roten mit Rosen bestickten Ballkleid, dass sie sehr wohl Geschmack hat. Die Dänin war sichtlich begeistert: "Es ist ein wunderbarer Abend, und ich bin voll von Emotionen. Oh mein Gott, mein Herz explodiert." Fürs TV-Interview zog die Schauspielerin extra ihre Schuhe aus, um Lugner nicht zu sehr zu überragen. "Sie ist großartig", lobte er sie. Die 48-jährige bot ihrem Gastgeber an, mit ihr noch einmal das Dschungelcamp zu besuchen, aber der 79-Jährige gab ihr einen Korb: "Ich hatte schon mehrere Einladungen, aber ich habe immer abgelehnt."
Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann schwärmte in die TV-Kameras: "Das gehört zu den wichtigen Aufgaben, die schön sind." Er treffe viele Politiker aus anderen Ländern. "Der Ball", so Faymann weiter, "ist schon eine gute Gelegenheit, einmal ein bissl' entspannter miteinander zu reden." Operndirektor Dominique Meyer amüsierte sich über die männlichen Ballbesucher, die ihre Brust mit Orden geschmückt hatten. Auf die Frage, ob er keine habe oder sie nicht trage, antwortete er: "Ich habe auch ein paar Orden in einer Schublade liegen. Bei uns in Frankreich ist es aber ein bisschen peinlich, wenn man sie zeigt."
Gelungenes Debüt für Angela Gheorghiu
Als einer der ersten prominenten Besucher schritt Niki Lauda über den Roten Teppich: "Ich bin das erste Mal seit 20 Jahren wieder am Opernball", gestand der Rennfahrer. Die amerikanische Schauspielerin Rosario Dawson verriet, dass sie sich extrem auf das Fest freue. "Ich habe mir die Bilder auf der Homepage angesehen."
Einen künstlerischen Glanzpunkt setzte die rumänische Sopranistin Angela Gheorghiu bei ihrem Opernballdebüt. Sie sang zur Eröffnung die Arie "Habanera" aus der Oper "Carmen" und den Song "I Could Have Danced All Night" aus dem Musical "My Fair Lady" sang. Für ihren Auftritt hatte sich die Sängerin ein rot-schwarzes Pailettenkleid angezogen - über den Roten Teppich war sie noch in einem schlichten schwarzen Kleid gelaufen.
"Alles Walzer!"
Die 144 Debütanten-Paare zogen zur Fächerpolonaise von Carl Michael Ziehrer in den Ballsaal ein. Solisten, Tanzpaare und Schüler des Wiener Staatsballetts tanzten ein "Strauß-Bouquet" nach der Choreographie von Pierre Lacotte. Ganz gegen die Kleiderordnung des Balls tanzte Solist Kirill Kouralev mit nacktem Oberkörper. Nach dem Ballett zeichneten die 144 Debütanten-Paare ein lebendes Klimt-Bild auf das Parkett; die Choreographie dazu stammte vom niederösterreichischen Tanzschulbesitzer Ismet Özdek. Mit dem Walzer "An der Schönen Blauen Donau" und dem legendären Ruf "Alles Walzer!" wurde schließlich die Tanzfläche für die mehr als 5.000 Gäste freigegeben.
Im Laufe des Abends breitete sich der Ball im ganzen Opernhaus aus. Es gab eine Champagner- und eine Austernbar.Rupert Schnait, Küchenchef des Wiener Hotels Imperial, verwöhnte die Gaumen mit einem Vier-Gänge-Menü. Kulinarische Alternative war ein riesiger "Würstelstand". Im sechsten Stock konkurrierten DJs mit der Walzermusik im unten gelegenen Ballsaal. Mehr als 40.000 Blumen sorgten für Farbe.
Das Opernball-Menü 2012
von Rupert Schnait, Küchenchef Hotel Imperial Wien
- Törtchen vom Balik-Lachs mit Kaviargelee und Schnittlauchvinaigrette
- Fangfrischer Hummer von Southwest Harbor auf Ruccola-Erdäpfelrösti
- Rinderfilet "Opera" mit Spargelspitzen und gebackenem Grießstrudel
- Bellini-Sabayone an Passionsfruchttörtchen mit Baumkuchenraute
Sisi-Löffel als Erinnerungsgeschenk
Die Veranstalter hatten sich ein besonderes Erinnerungsgeschenk für den 56. Ball einfallen lassen. Die Herren erhielten ein aufwendig gestaltetes Buch über das Ballett der Staatsoper, die Damen ein modernes Täschchen und ein Stück österreichischer Tischkultur, den Sisi-Löffel. Die legendäre Kaiserin benützte diesen nach ihr benannten Löffel, um ihren Kaiserschmarrn mit Zucker zu bestreuen.
Der Opernball in Zahlen:
- Einnahmen in Höhe von 3,4 Millionen Euro stehen Gesamtausgaben von 2,3 Millionen für die Wiener Staatsoper gegenüber.
- Rund 280 Personen stehen für die Bewirtung der Ballgäste bereit.
- Rund 250 Personen sorgen für die Sicherheit der Gäste.
- Rund 120 Musiker spielen in acht verschiedenen Ballbereichen.
- Die Dekoration besteht aus 50.000 Blumen, 165 Blumenarrangements für die Logen, 480 Blumengestecke für die Tische, 160 Sträußchen für die Debütantinnen.
- Im Einsatz sind 40.000 Gläser, 1.000 Tischtücher, 4.000 Besteckteile und 600 Sektkübel.
- Über 800 Flaschen Sekt und Champagner werden serviert, 900 Flaschen Wein, 1.800 Paar Würstel, 1.000 Stück Petits fours und Sandwiches sowie ca. 800 Gulaschsuppen.
- Eine Eintrittskarte kostet 250 Euro, eine Loge zwischen 9.000 und 18.500 Euro; ein Tischanteil für zwei Personen ab 180 Euro, ein Tisch zwischen 360 und 1.080 Euro.

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