Öko-Grillen Freizeitvergnügen im Naturparadies
Die Isar rund um den Flaucher im südlichen München: ein Naturparadies mitten in der Stadt - doch nicht immer eine Idylle. An heißen Wochenenden pilgern Hunderte zu diesem Ort, um zu chillen und vor allem zu grillen! Eine Belastungsprobe für Mensch und Natur!
Beim Grillen entsteht Rauch - ein ständiges Ärgernis für die Anwohner. Der Rauch hat zwar keine negativen Auswirkungen auf die Natur, aber ihn einzuatmen ist sicher nicht gesund! Deshalb sollte man so grillen, dass möglichst wenig Rauch entsteht - Tipps dazu siehe unten.
Hände weg vom Altholz!
Ein weiteres Ärgernis ist das Sammeln von Gehölz in den Isarauen für Grillfeuer. Abgestorbenes Holz ist für viele Tierarten ein wichtiger Lebensraum. Außerdem entstehen beim Verbrennen von harzreichem Holz krebserregende Stoffe.
Das Problem des Holzklaus in den Isarauen kennt Ralf Wulf seit Jahren. Er ist als Hauptabteilungsleiter im Münchner Baureferat für die Isar-Renaturierung in der Stadt zuständig und muss sich um Unterhalt und Pflege kümmern.
"Wir haben mal die Situationen gehabt, dass sie uns sogar Treppenstufen oder Brückenbeläge, die aus Holz waren, herausgenommen haben. Die sind zwischenzeitlich so befestigt, dass sie der normale Griller nicht mehr entwenden kann."
Ralf Wulf, Baureferat München
Vermeidbare Müllberge
Je später es wird, umso mehr Grillwütige treffen ein und mit ihnen weitere Probleme: Tonnenweise Müll und Dreck. An einem starken Partywochenende entstehen dreieinhalb bis vier Tonnen Müll. Zehn bis fünfzehn Arbeiter sind täglich ab sechs Uhr morgens im Einsatz um den Müll zu beseitigen - ein teures Unterfangen für die Stadt. Übrig bleiben dann aber immer noch nichtabbaubare Kleinteile wie Scherben und Kronkorken. Hundebesitzer klagen regelmäßig über Verletzungen ihrer Vierbeiner und barfuß laufen ist am Flaucher unmöglich. Außerdem sind die Essensreste ein Schlemmerparadies für Ungeziefer, Krähen und Mäuse.
Eigentlich ist die umweltgerechte Müllentsorgung am Flaucher ein Kinderspiel: 80 Müll-Boxen stehen bereit und für die Asche hat die Stadt sogar spezielle Container aufgestellt.
Ungetrübter Grillspaß für alle
Der richtige Grillspaß fängt erst dann an, wenn die Natur keinen Schaden nimmt. Mit einfachen Mitteln kann es gelingen, der glühenden Leidenschaft nachzugehen ohne der Umwelt zu schaden. Dann bleibt von einem Grill-Ausflug an die Isar außer schönen Erinnerungen nichts zurück.
Tipps für umwelt- und gesundheitsbewusstes Grillen
- Nehmen Sie Grillkohle aus heimischem Buchenholz. Ihr Vorteil: Sie brennt länger und hat keine langen Transportwege.
- Um Rauch weitgehend zu vermeiden, verwendet der Profi einen Anzündkamin. Der Vorteil des Kamins ist, dass die Kohle schnell anbrennt, dadurch entsteht nicht so viel Rauch.
- Zwischen Glut und Grillgut sollte eine mit Wasser gefüllte Auffangschale für das Fett sein. So kann verhindert werden, dass Fett in die glühenden Kohlen tropft und verbrennt. Denn dabei entstehen krebserregende Giftstoffe, die sich mit dem Rauch auf dem Grillgut niederschlagen.
- Kaufen Sie keine marinierte Ware. Sie strotzt oftmals vor Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern, Weichmachern und künstlichen Aromen.
- Entsorgen Sie Asche und Müll umweltgerecht.
Weitere Informationen
Grilltelefon der Landeshauptstadt München:
089 / 233 27 900

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