Bayerisches Fernsehen - Unkraut

Zitter-Partie im Winter Aufwärmtipps für Verfrorene

Winter - das ist wieder die Zeit des Bibberns und der Gänsehaut. Viele Menschen haben im Winter ständig kalte Hände und eisige Füße. Das muss nicht sein! UNKRAUT gibt Aufwärmtipps für Verfrorene.

Autor: Sabine Denninger Stand: 30.01.2012
Frau trinkt Glühwein | Bild: picture-alliance/dpa

Das Frieren ist eine Schutzfunktion des Körpers. Die Blutgefäße in den Armen und Beinen ziehen sich zusammen, so können die lebenswichtigen inneren Organe und auch das Gehirn noch gut durchblutet werden. Doch wer so richtig ausgekühlt ist, wird oft stundenlang nicht mehr warm. Um "aufzutauen“ muss man zu Hause kräftig einheizen - aber das ist ökologisch nicht sinnvoll und angesichts der hohen Energiekosten auch extrem teuer. Es gibt bessere Aufwärm-Tipps gegen die alljährliche Zitter-Partie im Winter. 

"Nie wieder frieren!“

Das ist die Mission von Karin Hertzer. Sie gehört selbst zum "Club der Verfrorenen“ und hat schon alle erdenklichen "Frostschutzmittel“ ausprobiert. Sie hat einen Ratgeber geschrieben: ein Rundum-Wohlfühlprogramm für wohlig warme Momente. Wir stellen einige ihrer Tipps vor.

Wichtig: die richtige Außen-Dämmung

Warme Einlegesohlen passen in fast jeden Schuh und bringen viel.

Die Körpertemperatur von 37° C gilt es zu schützen. Am besten geht das mit Isolierung, zum Beispiel mit Einlegesohlen aus Schafswolle und Alu-Dämmschicht. Selbst Pumps lassen sich damit fast wintertauglich machen. Noch besser wirken elektrisch beheizte Sohlen. Sie wurden eigentlich für Wintersportler entwickelt, passen aber in fast alle Schuhe. Damit bekommt man auch bei langen Wanderungen keine kalten Füße.

Das simple Motto im Winter: Zieh dich warm an!

Ist simpel, bringt aber viel: warme Kleidung

Empfehlenswert ist der Zwiebellook: mehrere Schichten übereinander. So kann man sich an rasche Temperaturwechsel anpassen. Ganz wichtig: den Kopf nicht vergessen! Im Kopfbereich gibt es mit gut 40 Prozent den größten Wärmeverlust.

Ein heißer Tipp: Pulswärmer

Besonders empfindlich sind  auch die Handgelenke und der Hals - wegen der Halsschlagader.  Karin Hertzer empfiehlt Pulswärmer - die kann man ohne großen Aufwand selber stricken.

Aufwärmprogramm

Im Winter kostet es zwar einige Überwindung, Sport zu treiben - aber das ist ein gutes Aufheizprogramm. Egal ob Jogging, Walking oder Ski-Langlauf - Muskelarbeit setzt Wärme frei und bringt den Kreislauf in Schwung. Bei 19 Grad Lufttemperatur kann es der Mensch nackt aushalten ohne zu unterkühlen, denn er erzeugt 60-80 Watt Wärmeleistung am Tag. Schon mit leichten Aufwärmübungen lässt sich dieser Wert vervielfachen. 

Badefreuden

Gut gegen Frieren: ein warmes Vollbad

Nach dem Sport ab in die Wanne! Ein 36 bis 38 Grad warmes Vollbad ist ein Genuss, wenn man so richtig ausgekühlt ist. Anschließend kann man sich noch eine entspannende Massage mit ätherischem Rosmarin- oder Latschenkieferöl ohne künstliche Duftstoffe gönnen: Das verbessert die Durchblutung und sorgt für lang anhaltende Wärme.

Ein gutes "Frostschutzmittel"

Gut bei Kälte: Ingwer-Tee

Ingwer ist geschält und dann in Scheiben geschnitten die Grundlage für ein wirkungsvolles Heißgetränk: Ingwer-Tee. Seine intensive Schärfe bringt das Blut in Wallung, regt den Stoffwechsel an und bekämpft auch Erkältungen. Und es gibt noch andere verlässliche Standard-Heißmacher: Die gute alte Wärmflasche hilft immer - oder auch das kuschelige Kirschkernkissen aus dem Backofen.

Verfrorene Frauen

Was den Wärmehaushalt angeht, sind Frauen im Nachteil. Angeblich frieren sie schon fünf Grad früher als Männer - das hat biologische Gründe. Die Haut von Frauen ist dünner als die der Männer, dadurch wird die Hitze schneller abgestrahlt. Außerdem haben Frauen weniger Muskeln - die produzieren und speichern Hitze. Und es gibt noch einen dritten Grund: Die Fettverteilung ist bei Frauen ungünstiger. Ein Busen wärmt schlechter als ein Bierbauch.

Hightech gegen Gänsehaut

Auch Hightech-Kleidung kann helfen, und immerhin ist ein beheiztes Unterhemd  ästhetisch vorteilhafter als ein wärmender Bierbauch. Das funktioniert so: In die Kleidung ist silbernes Garn eingewebt, das über einen Mini-Power-Controller aufwärmt wird. Das bringt angenehme Wärme in der Nierengegend. Mollig! So stehen auch Dünne den kältesten Winter durch.