Bayerisches Fernsehen - Unkraut

Wintergarten Mediterran und umweltfreundlich

Licht und Wärme in der dunklen Jahreszeit, ein Raum für exotische Pflanzen und ein Rückzugsort im eigenen Haus - Wintergärten schaffen nicht nur Wohnkomfort, sondern bieten auch ökologische Vorteile. Denn sie sind Wärmespeicher und Dämmung in einem.

Autor: Katrin Frink Stand: 12.02.2012
Wintergarten | Bild: BR

Ernst Würschinger ist ein Sonnenanbeter. Sobald ein paar Strahlen hervorblitzen, zieht es ihn in die Sonne. Deshalb erfüllte er sich bereits vor 22 Jahren den Traum von einem Wintergarten. Doch die Holzkonstruktion war nicht gut durchdacht: Wasser gelangte in die Balken, sie wurden morsch und der Wintergarten musste abgerissen werden.

Die Holz-Alu-Konstruktion

Innen Holz, außen Aluminium, das jeder Witterung trotzt

Auf ihren Sonnenort wollte die Familie aber nicht verzichten - ein neuer Wintergarten sollte her, der länger hält. Außerdem sollte der Wintergarten Wärme geben, aber keine verschwenden. Die Konstruktion war den Würschingers besonders wichtig. Der Innenraum sollte aus Holz sein, einem ökologischen Baustoff mit guter Wärmedämmung. Außen besteht der Anbau aus pflegeleichtem Aluminium, das jeder Witterung trotzt. Auch das Glas suchte die Familie sorgfältig aus: Es isoliert gut, der Wärmeverlust ist sehr gering.

Energie geben, nicht verschwenden

Ein wohlig warmer Rückzugsort

Energie einsparen - das war den Würschingers überhaupt wichtig. Deshalb wurde eine Tür zwischen Wintergarten und Haupthaus eingebaut. An einem richtig kalten Wintertag bleibt sie zu. So kommt keine kalte Luft in den Wohnraum. Zusätzlich dient der Wintergarten als Pufferzone vor der Winterluft und spart Energie. Eine Heizung wurde zwar eingebaut, sie dient allerdings nur zum Frostschutz bei  Minusgraden. Sonst wird nicht geheizt. Ernst Würschinger will die solare Kraft nutzen. An besonders sonnigen Tagen kann er sogar die Türen zum Wohnraum aufmachen und das angrenzende Zimmer mitwärmen.

Intelligente Wetterstation

Ein ausgeklügeltes System sorgt für Beschattung und Belüftung

Genauso wichtig wie das Licht im Winter ist in den Sommermonaten aber auch die Lüftung. Die dicke Eiche im Garten wirft Schatten, aber selbst der reicht nicht immer aus. Die Würschingers entschieden sich für ein ausgeklügeltes System: Beschattung und Belüftung sollten vollautomatisch laufen. Eine Wetterstation mit Windrad und Temperaturfühler gibt Befehle. Die Markise fährt von alleine nach unten und wieder nach oben, auch die Fenster gehen auf und zu, wenn die Wetterstation es angibt. So bilden sich im Winter weder Kondensat noch Schimmelpilze. Im Sommer verhindert die Wetterstation Überhitzung.

Mittelmeer-Flair zu Hause

Ernst Würschinger - daheim im Mittelmeer-Ambiente

Die Temperatur- und Feuchtigkeitsregulierung ist wichtig für die vielen Pflanzen in Ernst Würschingers Wintergarten. Mit ihnen holt sich die Familie ein Stück Mittelmeer nach Hause, auch im Winter. Hier stehen Feigen-, Orangen- und Zitronenbäume, Oleander, Olivenbäumchen und Priesterpalmen aus dem Jordanienurlaub. Selbst an einem kalten Tag heizt sich der Anbau ohne die Hilfe einer Heizung auf bis zu 25 Grad auf. Ernst Würschinger und seine Familie können fast zehn Monate im Jahr ihren Wintergarten nützen. So verlängern sie den Sommer und verkürzen den Winter.

Weitere Informationen

Wintergarten Fachverband e.V.
Postfach 10 02 17
83002 Rosenheim

Tel.: 0 80 31 / 80 99 845