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Der Dicke Hund Bedrohte Pilze

Riesige Mais-Monokulturen werden leider immer mehr Realität. Intensive Düngung sorgt dafür, dass der Mais wächst - und schädigt gleichzeitig Pilze, die mit Bäumen und anderen Pflanzen eine lebenswichtige Symbiose bilden. Eine Bedrohung für das Ökosystem Wald - und ein Dicker Hund!

Stand: 17.10.2012
Maisfeld | Bild: colourbox.com

Bayern ist das Bundesland mit den meisten Biogasanlagen. Ursprünglich sollten sie nur Gülle verwerten, doch jetzt werden sie immer häufiger mit Mais betrieben. Und das macht sich bemerkbar: Der Maisanbau in Bayern hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Ein Fünftel der Ackerfläche wurde 2011 mit Silomais bewirtschaftet - 6,3 Prozent mehr als im Jahr davor.

Gülle-Ausbringung: problematisch für Pilze

Das Problem: Mais-Monokulturen werden intensiv gedüngt, doch die Pflanzen nehmen nur einen kleinen Teil des Stickstoffs auf. Der Rest verbleibt im Boden, wird in die Gewässern ausgewaschen oder entweicht in die Atmosphäre. Das schadet Flora und Fauna - und auch die Pilze:

Mykorrhiza - ein empfindliches und lebenswichtiges System

Pilze bilden mit Bäumen und vielen anderen Pflanzen ein zartes unterirdisches Wurzelgeflecht - die sogenannte Mykorrhiza. Pflanze und Pilz leben in einer Symbiose: Mykorrhizapilze bilden eine Lebensgemeinschaft mit ihren Waldbäumen: Die Pilze erhalten vom Baum Kohlenstoff und versorgen im Gegenzug die Baumwurzeln mit Wasser und Nährstoffen. Diese wichtigen Funktionen werden durch den hohen Düngereintrag massiv gestört. Auch zellulosereiche Pflanzenreste wie Holz können die Pilze nicht mehr zersetzen. Diese Aufgabe ist lebenswichtig für den Waldboden, denn dabei werden Nährstoffe für neues Wachstum wieder verfügbar gemacht.

Gefährdete Pilze

Gefährdet: Steinpilze

Kaiserling, Schaf- und Semmelporling und alle heimischen Trüffelarten sind bereits vom Aussterben bedroht, so Mykologen. Morchel, Pfifferling und Steinpilz gehören ebenfalls zu den stark gefährdeten Pilzen. Das Sammeln ist zwar erlaubt, aber nur noch in kleinsten Mengen.

Verstärkter Stickstoffeintrag bedroht die Artenvielfalt unserer Pilze - und damit das empfindliche Ökosystem Wald. UNKRAUT findet, das ist ein Dicker Hund!

Weitere Informationen

Rote Liste gefährdeter Großpilze Bayerns

Das Bayerische Landesamt für Umwelt bietet die Rote Liste gefährdeter Großpilze zum Download an:

Bayerische Mykologische Gesellschaft e. V.

Erzweg 8b, 91257 Pegnitz
Tel.: 0 92 41 / 72 09 44


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