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Wertvoll und bedroht Die Auen in Niederbayern

Die Auenlandschaft zwischen Straubing und Vilshofen ist in Bayern einzigartig. In einer Wildnis mit Altwässern und kleinen Tümpeln beherbergt sie viele seltene Pflanzen und Tiere. Der geplante Donauausbau würde dieses kostbare Stück Natur in Gefahr bringen.

Von: Katrin Frink Stand: 20.08.2012
Donau | Bild: BR

Hier finden sich viele einzigartige Fleckchen. Vor allem die Auenlandschaft verzaubert mit ihrer Wildnis, dem Weichholz-Auwald, Altwässern und kleinen Tümpeln.

Ein kostbares Stück Natur

Der "Bayerische Amazonas" ist ein Paradies für Pflanzen und Tiere. Viele unter ihnen sind selten und vom Aussterben bedroht. Geschützt werden muss zum Beispiel die Sumpf-Schwertlilie, das Blaukehlchen oder der Drosselrohrsänger.

Staustufe und Stichkanal - Gefahr für die Natur?

Bei Aicha soll eine Staustufe gebaut werden, die Befürworter aus Politik und Wirtschaft nennen sie "Stützschwelle". Und noch mehr ist geplant: Ein Stück weiter liegt die Mühlhamer Schleife. Hier soll ein 2,3 Kilometer langer Stichkanal quer durch die Auen gebaut werden. Der Grund für die beiden Maßnahmen: Die Donau soll für die Schifffahrt ausgebaut werden, damit sie ganzjährig problemlos befahrbar ist.

Das Ende der Auwälder?

Luftbild: Auwald an der Donau

In diesem letzten frei fließenden Donauabschnitt gibt es bisher kein Stauwehr, das den Wasserstand reguliert. Die Donau reguliert sich selbst auf natürliche Art und Weise, je nach Jahreszeit und Wetter: Bei Hochwasser werden die Auwiesen und Auwälder überflutet. Bei Niedrigwasser trocknen die abgeschnittenen Flussarme aus. Schlick und Schlamm sind dann ideal für die Nahrungssuche der Vögel. Darüber hinaus ist das Donautal zwischen Straubing und Vilshofen ein beliebtes Rast- und Überwinterungsgebiet für viele Vögel. Denn weil die Donau fließt, bleibt sie auch bei extremen Niedrigtemperaturen eisfrei. Das könnte nach dem Ausbau vorbei sein, denn die Fließgeschwindigkeit würde sich verändern. Es gäbe kein Niedrigwasser und keine Überflutungen mehr, und das würde das Ende für das heute noch intakte Ökosystem bedeuten.

Angst um die Heimat

Frater Ludwig Schwingenschlögel

Frater Ludwig Schwingenschlögel sieht in dem Ausbau eine Zerstörung der Natur. Seit über drei Jahrzehnten lebt er in Niederalteich direkt an der Donau. Vor allem hat er Angst um seine geliebten Vögel - mehr als 150 Vogelarten leben hier im Auwald. Seit vielen Jahren beobachtet er sie regelmäßig und hat gelernt, ihre Stimmen zu erkennen. Sein Wissen gibt er in Vogelstimmen-Exkursionen weiter.

Zitat: Frater Ludwig Schwingenschlögel, Kloster Niederalteich:

"Man kann die Leute in helle Begeisterung bringen, wenn sie mal einen Pirol sehen - das Männchen mit seinem wunderschönen gelbgoldenen Gefieder und den schwarzen Flügelspitzen. Wir müssen diese Schätze an kommende Generationen weitergeben. Wir haben nicht das Recht, alles zu vernichten."

Die Hoffnung bleibt ...

Auwald und Altwasser an der Donau

Zwei Drittel der Menschen, die hier leben, wollen, dass die Donau auch in Zukunft frei fließen kann. Doch es ist weiterhin nicht klar, ob Staustufe und Kanal kommen. Es bleibt die Hoffnung, dass der Donauausbau nicht kommt und die Auen-Landschaft zwischen Straubing und Vilshofen erhalten bleibt.

Weitere Informationen

Bund Naturschutz e. V.
Kreisgruppe Deggendorf
Amanstr. 21, 94469 Deggendorf
Tel.: 0 991 / 32 555


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