Bayerisches Fernsehen - Traumhäuser

Traumhäuser Ein Haus für die Zukunft

Mit den Eltern unter einem Dach? Eine junge Architektin baut ein Haus für drei Generationen und findet auch für das Dach eine ganz besonders „schräge“ Lösung.

Stand: 31.01.2013

Wenn Mutter, Vater, Tochter und Schwiegersohn gemeinsam ein Haus bauen und die Tochter gleichzeitig die Architektin ist, scheint ausreichend Konfliktpotenzial vorprogrammiert zu sein. Wenn dann aber auch noch Flügelhorn, Trompete, Posaune, Tuba und E-Bass miteinziehen, wirkt es beinahe wie der Beginn einer launigen Komödie.

Vier Bauherren mit Taktgefühl

In der Realität funktioniert das familiäre Vierergespann allerdings richtig gut. Sowohl der Vater als auch der Ehemann brachten sich in der Planungsphase mit Eigenleistung und technischem Knowhow ein. Und der jungen Architektin Nadine Ottinger gelang es mit viel Kompromissbereitschaft aus dem strengen Bebauungsplan der Gemeinde Adelsried bei Augsburg das Beste zu machen. Aus dem Flachdach wurde zwar das vorgeschriebene Satteldach - allerdings mit einer asymmetrischen Neigung, um die vollständige Verglasung des Hauses zur Südseite zu ermöglichen.

"Es war viel schwieriger als erwartet, gleichzeitig Architektin und Bauherrin zu sein, da ich neben dem Erarbeiten der Lösungsvorschläge, also der klassischen Architektenarbeit, auch die entsprechenden typischen Bauherrenentscheidungen, die sonst der Architekt nur beratend begleitet, treffen musste, und dabei die verschiedenen Wünsche der Mitbauherren nicht aus den Augen verlieren durfte."

Nadine Ottinger-Benkard

Drei Generationen unter einem Dach

Nadine Ottinger hat sich einen Traum erfüllt, der so manche Frau neidisch macht: Kinder, Küche und Karriere unter einem Dach! Das Mehrgenerationenhaus, das sogar den Passivhausstandard erfüllt, bietet 188 Quadratmeter Grundfläche auf zwei Etagen und damit genug Platz für das junge Ehepaar, die Eltern und den geplanten Nachwuchs. Das Kinderzimmer ist geschickt geplant: Von beiden Wohneinheiten gibt es eine Verbindungstür, so dass der Babysitter-Service der Großeltern in Zukunft reibungslos über die Bühne gehen kann. Und im Untergeschoss hat sich die freiberufliche Architektin sogar noch ein großes Büro eingerichtet.

"Wir wollten einfach enger zusammen leben und auch mal spontan auf einen Plausch rüber gehen können. Später einmal, wenn Kinder da sind, können uns meine Eltern besser unterstützen. Umgekehrt gilt das natürlich genauso, wir können ihnen helfen, wenn sie mal nicht mehr so fit sind."

Nadine Ottinger-Benkard

Big Family und Big Band

Mit dem neuen Haus wurde nicht nur der Grundstein für eine große Familie gelegt, auch das gemeinsame Hobby von Nadine Ottinger und ihrem Mann wurde regelrecht eingeplant: Ein eigenes Musikzimmer als Übungsraum für die Auftritte der beiden in der Big Band - mit 24 Zentimeter dicker Stahlbetonwand, um die "Nachbarn" zu schonen. Und sollte es doch mal Ärger geben, kann sich natürlich jede der Hausparteien ins eigene Reich zurückziehen. Ein gelungenes Mehrgenerationen-Konzept, das auch für die Zukunft allen Bewohnern Raum lässt.

Zuschauermeinungen

Elisabeth W.

"Ich verfolge Ihre Traumhäuser immer mit viel Spannung und Begeisterung. Diese Sendungen enthalten viel Wissenswertes und eröffnen neue Ideen für einen Hausbau."


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