Bayerisches Fernsehen - Traumhäuser

Traumhäuser Ein Haus für neun Senioren

Neun Senioren wollen den Lebensabend zusammen genießen und bauen gemeinsam ein modernes und altersgerechtes Haus. Wir haben die Bewohner des wegweisenden Wohnprojekts in Ebersberg begleitet.

Stand: 31.01.2013

Es waren einmal neun Senioren, die hatten einen Traum: Noch einmal ein Haus zu bauen und den Lebensabend zusammen zu genießen. In Ebersberg wurde dieser Traum Realität. Drei Ehepaare und drei alleinstehende Damen haben das Abenteuer "Alters-WG" gewagt - allerdings keineswegs so chaotisch, wie man das aus dem Kinofilm "Und wenn wir alle zusammenziehen?" kennt. Die bodenständigen Ebersberger, allesamt um die Siebzig, haben ihre außergewöhnliche Hausgemeinschaft mit viel Idealismus und mindestens so viel vorausschauender Planung auf die Beine gestellt.

"Toll, wie schön ihr hier wohnt!"

Das hören die Bewohner des Sechs-Parteien-Wohnhauses in Ebersberg oft. Dabei war die Skepsis bei den Freunden und Verwandten anfangs groß: "Zusammen bauen und wohnen. In eurem Alter! Das kann doch gar nicht gutgehen!" So, der Standardkommentar. Tatsächlich gibt es so gut wie keine Beispiele für Senioren-Bauherrengemeinschaften, aber das Erfolgsrezept für das gelungene Projekt liegt auf der Hand: Nicht warten, bis man alt ist, sondern planen, wenn man sich noch jung fühlt.

Vor zehn Jahren taten sich die neun Ebersberger zusammen, um die Idee vom "Leben im Alter" gemeinsam in die Angriff zu nehmen. Generalstabsmäßig plante die Gruppe jede Eventualität, außerdem wurden klare Vereinbarungen getroffen: Vom Wunsch nach Distanz und Eigenständigkeit bis hin zu der Frage, was passiert, wenn ein Mitbewohner zum Pflegefall wird oder stirbt.

Um das Funktionieren der Hausgemeinschaft zu gewährleisten, verließ sich die Hausgemeinschaft nicht allein auf den guten Willen der Mitglieder. Sie gründeten SALWE (Sozial und Alternativ Leben und Wohnen in Ebersberg) und legten die Ziele in einem Gesellschaftervertrag genau fest.

Gemeinsam, aber individuell

Zusammen wohnen heißt nicht, dass man sich von individuellen Wohnvorstellungen verabschieden muss. Die verschiedene Bedürfnisse und unterschiedlichen finanziellen Mittel der neun Bauherren hat Architektin Maria Weig von Anfang an in ihrer Planung berücksichtigt. Es entstanden sechs ganz unterschiedliche zwei- bis drei Zimmer-Wohneinheiten zwischen 50 und 115 Quadratmetern. Die Architektur selbst ist unaufdringlich aber freundlich und modern, so dass das große Mehrparteienhaus mit seinen insgesamt 540 Quadratmetern Wohnfläche keineswegs wuchtig wirkt und sich gut in die Einfamilienhaussiedlung einfügt.

Loslassen, um neu anzufangen

Das gemeinsame Hausprojekt war auch ein Aufbruch ins Ungewisse - gemischte Gefühle und Wehmut hatten sie alle und jeder musste etwas von seinem liebgewordenen Leben zurücklassen. Heute sind sie alle froh, dass sie den Schritt gewagt haben, noch einmal alles umzukrempeln.

"Die Vorteile des Gemeinschaftslebens sind durch nichts aufzuwiegen."

Eine Bewohnerin

Der dritte Frühling an der Friedenseiche

Die Senioren-Bauherrengemeinschaft SALWE ist in jeder Hinsicht ein wegweisendes Wohnprojekt: altersgerecht, ökologisch und sozial. Sämtliche Bereiche des Hauses sind barrierefrei und rollstuhlgerecht. Das Niedrigenergiehaus mit seinen 540 Quadratmetern Wohnfläche verfügt über eine Solaranlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung sowie über eine Regenwasserzisterne für die Gartenbewässerung.

Das soziale Engagement ist nicht nur füreinander ausgerichtet, sondern wirkt auch in der Nachbarschaft. Die Bewohner der SALWE wollen nämlich keineswegs "unter sich" bleiben, sie suchen auch den Kontakt zu den Familien und den Kindern rundherum.

Zuschauermeinungen

Ellen M. aus München

"Diese Sendung ist einfach toll und sehr informativ."

Bärbel und Wolf-Dieter E.

"Bekannte von uns haben uns auf die Serie und auf v.a. auf diese Sendung aufmerksam gemacht. Da wir uns für ein ähnliches Lebensmodell im Alter entschieden haben, wäre es schön, wenn es dazu Genaueres gäbe."

Inge J. aus Bremen

"Ich sehe gerne das Bayerische Fernsehen und gerade das Alters-Wohnproblem ist bei Ihnen im Programm."

Erdmute G.

"Seit einiger Zeit setzen mein Mann und ich uns sporadisch mit dem Thema Alters-WG auseinander. Als wir gestern genau dazu die Traumhaus-Sendung sahen, beschlossen wir, das Thema für uns voranzutreiben."

Susanne B.

"Mein Mann und ich finden dieses Konzept klasse und sind bereits immer mal wieder mit Freunden im Gespräch."


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