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Opfer des NS-Regimes Gottvertrauen und Zivilcourage

Als Pfarrer Gerhard Günther 1944 in einem Kriegsgefangenenlager in der Sowjetunion stirbt, ist er gerade 41 Jahre alt. Der hochpolitische Mann, konservativ und überzeugter Anhänger der Weimarer Republik, hat nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegen das NS-Regime gemacht.

Autor: Ein Film von Jutta Neupert Stand: 07.02.2012
Pfarrer Gerhard Günther  | Bild: BR

Mit der Gestapo gerät er ebenso in Konflikt wie mit den Nazis in seiner Gemeinde. Einer von ihnen denunziert ihn schließlich beim Landeskirchenrat. Daraufhin verliert Günther seinen Status als Pfarrer. Bis er zum Kriegsdienst eingezogen wird, arbeitet er als Hausmeister in den Rummelsberger Anstalten. Pfarrer Günther muss seine Zivilcourage teuer bezahlen.

Elisabeth Braun - eine konvertierte Jüdin

Sie lässt mindestens 15 Menschen jüdischer Herkunft bei sich in München-Bogenhausen wohnen, bis sie selbst ausziehen muss und interniert wird. 1941 wird sie im litauischen Kaunas erschossen.

"Nur Gott kann noch helfen"

Friedrich von Praun

Der Jurist Friedrich von Praun äußert während eines Luftangriffs, nur Gott könne noch helfen. Daraufhin wird er wegen staatsfeindlicher Äußerungen verhaftet. Vor der Überführung nach Berlin an den Volksgerichtshof stirbt von Praun im Gefängnis. Als offizielle Todesursache wird "Suizid" angegeben.
Drei von fünf Beispielen, dass Zivilcourage in der Nazizeit tödlich sein konnte, dass die evangelische Kirche nicht immer half - und sich dennoch mancher Christ durch seinen Glauben zu Wahrhaftigkeit und Nächstenliebe verpflichtet fühlte.