Gottesdienst Aschermittwoch der Künstler
"Gedenke, Mensch, dass du Staub bist, und zu Staub zurückkehren wirst.“ Mit diesen Worten zeichnet Kardinal Reinhard Marx vielen Künstlerinnen und Künstlern das Aschenkreuz auf die Stirn. Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit. Sie symbolisiert, dass Altes vergehen muss, damit Neues entstehen kann. Ein Thema, das in den Werken vieler Künstler aufscheint und auch in diesem Gottesdienst zu Beginn der 40-tägigen Fastenzeit.
Mit dem Aschekreuz auf der Stirn zeigen Christen, dass sie bereit sind zu Buße und Umkehr. Sie bekennen sich gleichzeitig dazu, dass für Christen das Kreuz und der Tod nicht das Ende sind, sondern Anfang eines ewigen Lebens bei Gott.
Vom Ende des Faschings und Beginn der Fastenzeit
Unter der Leitung der international anerkannten Choreographen Alberto Franceschini und David N. Russo interpretieren elf Tänzer den Übergang vom Ende des Faschings in die Fastenzeit. In kleinen Szenen vor dem Dom entledigen sich die Tänzer gegenseitig ihrer Faschingsmasken. Die Masken stehen für die menschlichen Schwächen wie Neid, Missgunst, Eifersucht. In Pantomime und Tanz nähern sich die darstellenden Künstler dann im Münchner Liebfrauendom auf ihre Weise dem Thema Asche, Aschermittwoch, der Zeit der Buße und Umkehr und der Reue.
Der Blick nach vorne
Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von der "Capella Cathedralis" unter der Leitung von Domkapellmeisterin Lucia Hilz. Sie spannt musikalisch einen weiten Bogen - von Orlando di Lasso über Gregorio Allegri bis zu einer Neukomposition von Helga Pogatschar, einer zeitgenössischen Komponistin und Konzeptkünstlerin. Ihre Komposition kreist um "Phönix". Der Phönix ist ein mythischer Vogel, der verbrennt, um aus seiner Asche wieder neu zu erstehen. Der Zyklusgedanke ist Grundlage der Komposition. Der Chor singt beginnend mit dem gregorianischen Choral "Immutemur habitu" - Wandeln wir unser Gewand - zu einem Chor vom Zuspielband, der rückwärts singt. Vergangenheit und Gegenwart treffen sich und schließen den Kreis. Der rückwärts gewandte Blick hin zu Reue und Umkehr ist Ausgangspunkt für den Blick nach vorne.
Paul Claudel als Ideenstifter
Der Aschermittwoch der Künstler geht auf eine Anregung des katholischen Schriftstellers Paul Claudel zurück, der nach dem 2. Weltkrieg in Paris dazu einlud. Der Kölner Kardinal Frings schloss sich der Idee an. Seither treffen sich in vielen europäischen Städten Bischöfe, Seelsorger, Gläubige und Künstler am Aschermittwoch zu einem Gedankenaustausch. Gemeinsam beginnen sie die Zeit der Besinnung und Buße, der Konzentration auf das, was das Leben ausmacht.
Der Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom mündet in eine anschließende Begegnung von "Kunst und Kirche" in der Münchner Muffathalle, bei der der Schriftsteller Martin Mosebach einen Gesprächsimpuls gibt.
Liturgische Beratung: Monsignore Erwin Albrecht
Weitere Veranstaltungen
Aschermittwoch der Künstler auch in Trier und Köln

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