Bayerisches Fernsehen - stationen. DOKUMENTATION

Hilfe für Christen jüdischer Herkunft Das Büro Grüber

Im September 1938 wird in Berlin-Kaulsdorf das "Büro Grüber" eingerichtet. Es ist eine Organisation der Bekennenden Kirche, die zunächst "nichtarischen" evangelischen Christen die Auswanderung aus dem nationalsozialistischen Deutschland ermöglichen will.

Autor: Ein Film von Jutta Neupert Stand: 16.02.2012
Büro Grüber | Bild: BR

1935 proklamieren die Nazis in Nürnberg ein "Reichsbürgergesetz" und definieren, wer fortan der "jüdischen Rasse" zugehört. Auch evangelische Christen, deren Eltern oder Großeltern jüdischen Glaubens sind, gelten fortan als Juden. Die wenigsten der Betroffenen ahnen zunächst, wie die "Nürnberger Gesetze" ihr Leben verändern werden. Ihre Lebensbedingungen verschlimmern sich nun ebenso wie die ihrer Mitbürger jüdischen Glaubens.

Die evangelische Kirche reagiert

Zeitzeuge Walter Joelsen

Die evangelische Kirche reagiert auf die "Rassengesetze" verhalten. Im September 1938 wird in Berlin-Kaulsdorf das "Büro Grüber" eingerichtet. Es ist eine Organisation der Bekennenden Kirche, die zunächst "nichtarischen" evangelischen Christen die Auswanderung aus dem nationalsozialistischen Deutschland ermöglichen will. Diese Institution trägt den Namen ihres Leiters Pastor Heinrich Grüber. Außenstellen werden in 20 verschiedenen Städten des Deutschen Reiches eingerichtet, darunter auch in München und Nürnberg.

Spurensuche

Pfarrer Johannes Zwanzger, Leiter in München

Der Film von Jutta Neupert ist eine Spurensuche nach einem verschütteten Kapitel in der bayerischen Kirchengeschichte, die durch Aussagen der letzten verbliebenen Zeitzeugen lebendig wird. Die Autorin beschreibt die Arbeit jener so genannten "Hilfsstellen für nichtarische Christen" in Bayern. Dabei zeigt sie, mit welch einfachen Mitteln das Leid mancher Betroffener gelindert werden konnte und in welchem Dilemma die Bayerische Landeskirche steckte, deren Bischof Hans Meiser die Hilfsstellen zwar unterstützte, in der Öffentlichkeit aber niemals das Wort für die Verfolgten ergriff.