Wohin mit dem Geld? Augsburg und die Studiengebühren
Der Streit um die Studiengebühren nimmt kein Ende. Bis zu 500 Euro zahlen Bayerns Studenten an "Campusmaut" pro Semester. Manche Hochschulen aber tun sich schwer, das Geld sinnvoll zu investieren.
Erhoben wird die Gebühr in Deutschland nur noch in Bayern und in Niedersachsen. Seit ihrer Einführung im Jahr 2007 wurden im Freistaat 619 Millionen Euro eingenommen: Geld, das der Verbesserung der Studienbedingungen dienen und nicht etwa als Ersatz für Haushaltsmittel des Staates verwendet werden soll.
Die Grundversorgung soll auch weiterhin zu den Bildungsaufgaben des Staates gehören. Da aber mittlerweile in den Bayerischen Hochschulen 60 Millionen Euro als sogenannte Restmittel aufgelaufen sind, also nicht verbraucht wurden, setzte die Staatsregierung eine Frist. Bis Ende September muss das Geld verbraucht bzw. verplant sein.
Was tun mit dem Geld?
Im Kraftraum der Hochschulsportanlage Augsburg trainieren die Studenten an Geräten, von denen einige so alt sind wie sie selbst. Sie wünschen sich eine modernere Ausstattung, doch die Anschaffung neuer Geräte wurde bisher immer wieder abgelehnt. Seit Jahren weist der Allgemeine Studierendenausschuss, ASTA, darauf hin, dass die Universität Augsburg einen Restmittelbetrag von rund 7 Millionen Euro vor sich herschiebt. Ihr Vorwurf: Die Universitätsleitung habe es über Jahre hinweg versäumt, die Mittel sinnvoll einzusetzen. Oder die Studenten legten gegen die verschiedenen Projekte ihr Veto ein. Das ist im Hochschulgesetz bei der Einführung des Studiengebühren so festgelegt worden.
Einigung in Sicht
In dieser Woche wurde nun weitgehend Einigkeit zwischen der Universitätsleitung und den Studenten erzielt: Demnach sollen weitere Lehrkräfte angestellt werden, die Ausstattung der verschiedenen Fakultäten mit Lernmitteln verbessert und auch die Raumnot gelindert werden. Gerade die geplanten Baumaßnahmen stoßen wiederum bei vielen Studenten auf Ablehnung, da der Bau und Erhalt von Universitätsgebäuden aus ihrer Sicht Aufgabe des Staates sind. Wenn die Studiengebühren nicht wieder abgeschafft werden, dann sollen sie wenigstens so verwendet werden, dass sie den Studenten unmittelbar dienen, sagen die Lernenden.

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