Sprachvielfalt Der Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben
Ein Vierteljahrhundert lang hat der Augsburger Sprachwissenschaftler Werner König die bayerisch-schwäbische Sprache erforscht. Und dabei so manche Überraschung erlebt.
Feine Sprachgrenzen liegen über dem Land, von Ort zu Ort führen oft nur wenige Kilometer in fremde Sprachwelten, in denen es fast unmöglich ist, sich gegenseitig zu verstehen. Diese Vielseitigkeit ist dadurch entstanden, dass es hier einst sehr viele unterschiedliche Territorien gab - einzelne, kleinräumige Staaten.
Der Sprachwissenschaftler Werner König hat 272 Orte in Schwaben untersucht, wählte 900 Sprecher aus und befragte sie nach gut 2000 Begriffen, tagelang. Jeden einzelnen Laut verzeichnete er peinlich genau.
Seine Entdeckung: Zwischen den Wörtern liegen oft Welten - wie zwischen den Dörfern Graben und Scheuring links und rechts des Lechs. Der Lech war einmal die Grenze zwischen dem Herzogtum Bayern und den schwäbischen Territorien. Die Menschen haben kaum miteinander gesprochen. Und so hat sich über die Jahre eine Dialektgrenze ausgeprägt.

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