Der Wortklauber Schmellers Bayerisches Wörterbuch
Hätten Sie gewusst, dass der bairische "Zamperl" aus dem Italienischen abgeleitet ist? Dies ist nur eines von 20.000 bayerischen Wörtern, die der Sprachforscher Johannes Andreas Schmeller erklärte.
20 Jahre hat Johannes Andreas Schmeller an seinem Bayerischen Wörterbuch gearbeitet. 20.000 Begriffe und Redensarten sind darin verzeichnet.
Es erzählt viel über die Lebensart von Land und Leuten und es zeigt auch das Vielschichtige des Bayerischen. Ein kleiner Hund, auf bairisch "Zamperl", wird von "zampo", italienisch für Pfote, abgeleitet und das "Potschamperl", ein Nachttopf, stammt vom Französischen "Pot de chambre" ab. Solch internationales Wortgut findet sich auch im Bayerischen wieder und ist verzeichnet im Bayerischen Wörterbuch.
Wer war Schmeller?
Johannes Andreas Schmeller war der Sohn eines Kürbenzäuners, eines Korbflechters. Geboren wurde er in Tirschenreuth am 6. August 1785. Schmeller er war Soldat, später wurde er Kustos an der Staatsbibliothek in München. Sein größtes Verdienst ist aber das Bayerische Wörterbuch, kurz der "Schmeller" genannt.
Noch heute wird in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an einem Schmeller-Nachfolgewerk gearbeitet. Der erste Band des Neuen Bayerischen Wörtebuchs ist bereits erschienen, er behandelt A bis "Bazi". Der Zweite soll im Herbst dieses Jahres erscheinen. Der Hüter des bayerischen Wortschatzes ist - wer hätte das gedacht - ein Engländer:
Professor Anthony Rowley, der seit 1995 unermüdlich die Sprachlandschaft des Bairischen durchforstet. Kaum einer kennt diesen Dialekt besser als der Professor aus Yorkshire. 2050 will die Wörterbuch-Kommission fertig sein. Dann - so hofft man - sind alle Bände von "A-Z" erschienen.

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