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Bürger begehren auf Streit um Krankenhäuser im Ostallgäu

Krankenhäuser sollen nahe am Patienten sein und doch wirtschaftlich arbeiten. Aber wie soll das gehen? Im Landkreis Ostallgäu stimmen die Bürger Mitte Februar über zwei sehr unterschiedliche Wege ab.

Stand: 03.02.2012
Klinikum Kaufbeuren | Bild: BR / P. Solfrank

Von den Königsschlössern im Süden bis Buchloe im Norden reicht der Landkreis Ostallgäu. Derzeit werden die Patienten im Landkreis in fünf Krankenhäusern versorgt. Das Größte steht in der Stadt Kaufbeuren und gehört je zur Hälfte der Stadt Kaufbeuren und dem Landkreis Ostallgäu. So sind die Stadt und der Landkreis auch in einem Verbund zusammengeschlossen, dem Kommunalunternehmen (KU).

Runder Tisch gefordert

Klinikum Kaufbeuren

Wenn es nach dem Willen einer Bürgerinitiative geht, dann soll eben jener Verbund aufgelöst werden. Der Landkreis soll dann mit den beteiligten Medizinern einen runden Tisch bilden und ein eigenes Konzept für die vier übrigen Krankenhäuser erarbeiten. Dagegen wendet sich das Ratsbegehren. Bürger und Ratsbegehren stehen am 12. Februar gegeneinander. Die Kreisräte wollen den Verbund erhalten und die kleineren Krankenhäuser umwandeln in Häuser für spezielle Fachrichtungen und Anwendungen.

Hintergrund

Das Herzzentrum Ostallgäu in Kaufbeuren

Seit die Krankenkassen auf Fallpauschalen umgestellt haben, wird es eng für viele Krankenhäuser in Bayern. Denn je breiter ein Krankenhaus aufgestellt ist, umso mehr Geräte und Medikamente muss es vorhalten. Das kostet viel Geld. Der Trend heißt deshalb Spezialisierung, d.h. reine Fachmedizin wie Herzbehandlung oder künstliche Gelenke. Geräte werden dann im Wesentlichen nur noch für diese spezielle Ausrichtung vorgehalten.

Im Ostallgäu steht man mitten im Umwandlungsprozess. Eine Unternehmensberatung hat ein Konzept vorgelegt, das genau diese Spezialisierung vorgeschlagen und darüberhinaus die Schließung des Krankenhauses in Marktoberdorf empfohlen hat. Daran aber entzündete sich heftiger Widerstand. Denn gerade das Krankenhaus in Marktoberdorf arbeitete vergleichsweise sehr wirtschaftlich. Eine Bürgerinitiative konnte innerhalb von nur zehn Tagen die notwendigen Unterschriften für einen Bürgerentscheid sammeln. Sie fordert, dass der Landkreis Marktoberdorf das Kommunalunternehmen verlässt und sich selbständig macht, was seine Krankenhäuser anbelangt.

Wie geht es weiter?

Mittlerweile wurde die Entscheidung, das Krankenhaus Marktoberdorf zu schließen, wieder rückgängig gemacht. Es soll nun ein ambulantes OP-Zentrum erhalten und sich darüber hinaus auf Altersmedizin spezialisieren. Den Verbund mit der Stadt Kaufbeuren wollen der Landrat und seine Kreisräte aber unbedingt erhalten. Die Bürger im Ostallgäu stehen nun am 12. Februar vor einer schwierigen Entscheidung.