Bayerisches Fernsehen - Schwaben & Altbayern

Subversive Masche Guerilla-Stricken in München

Kann Stricken Sünde sein – oder eine Provokation? Für Liebhaber von kahlen Schilderstangen, grauen Straßenpollern oder tristen Bauzäunen wahrscheinlich schon - jedenfalls wenn die Guerilla-Strickerinnen unterwegs sind ...

Stand: 11.01.2013

Mit dem festen Vorsatz, die Welt, also München, in ihrem Stadtteil etwas bunter zu gestalten, umstricken die Laimerinnen Renate Wagner und Angie Hoffmann genau solche Objekte. Mit Stricknadeln gehen sie gegen Hässliches, Banales oder einfach Übersehenes vor und piksen damit ein wenig ins öffentliche Bewusstsein. Obwohl sie ihr überraschtes Publikum eigentlich nur umgarnen wollen...

Ein Trio auf Tour

Eigentlich sind die strickbegeisterten Münchnerinnen zu dritt. Sie nennen sich "Girlie", "Bambi" und "Schneewittchen". Unter diesen Pseudonymen treten sie auch bei Facebook auf. An jedem ihrer Objekte hinterlassen sie ihre Internetadresse, haben aber kein kommerzielles Interesse. Sie sehen ihre Arbeit zwar als Eingriff in den öffentlichen Raum, aber nicht auf aggressive oder politische, sondern als spielerische, verfremdende, durchaus künstlerische Weise. Sie sehen ihre Kunst als Streetart oder gestricktes, also legales Graffiti. Letztlich wollen sie den öffentlichen Raum auf friedfertige Art zurückerobern. In dem Bewusstsein, dass dieser Raum der Öffentlichkeit gehört - also allen - wollen sie ihn auch mitgestalten.


4