Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Sudetendeutsche Seehofer fordert Vertriebenen-Gedenktag

In Nürnberg fand am Wochenende der Sudetendeutsche Tag statt. Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) forderte bei der Hauptkundgebung einen Vertriebenen-Gedenktag und die Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter.

Stand: 27.05.2012
Horst Seehofer hält seine Rede bei der Hauptkundgebung des 63. Sudetendeutschen Tages | Bild: Timm Schamberger/dapd

Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat bei seiner Ansprache am Sudetendeutschen Tag ein klares Votum für einen Vertriebenen-Gedenktag von der schwarz-gelben Bundesregierung verlangt. "Der Bundestag hat an die Bundesregierung einen klaren Prüfauftrag erteilt für die Einführung eines solchen Gedenktages. Den Worten müssen endlich Taten folgen", so der CSU-Politiker. Auch die Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter sei nicht irgendwann nötig, sondern jetzt. "Wir zahlen überall in Europa für alles, dann können wir auch für die deutschen Zwangsarbeiter bezahlen.", sagte Seehofer bei der Hauptkundgebung am Sudetendeutschen Tag in Nürnberg. Beide Themen sollen beim nächsten Koalitionsgipfel am 4. Juni zur Sprache gebracht werden.

"Schritte der Wahrheit und der Versöhnung"

In seiner Ansprache rief der Ministerpräsident seine Reisen ins Nachbarland in Erinnerung. Dort hatte er in jüngster Vergangenheit zahlreiche Orte besucht, so Lidice, Theresienstadt und auch Aussig. In Lidice legte er Kränze für die von den Deutschen ermordeten Tschechen nieder, in Theresienstadt für die ermordeten Juden und in Aussig für die nach dem Zweiten Weltkrieg ermordeten Sudetendeutschen. Er unterstich, wie froh er sei, dass er mit den Sudetendeutschen die Schritte getan habe, "die Schritte der Wahrheit, aber auch der Versöhnung."

Karlspreis für Max Mannheimer

Der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer hatte zum Auftakt des Sudetendeutschen Tags den Europäischen Karlspreis entgegengenommen. Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, bezeichnete den 92-jährigen Holocaust-Überlebenden als "ganz große Persönlichkeit". Als Opfer der nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen besitze Mannheimer bis heute Mut und Kraft, als Zeitzeuge durch Vorträge, vor allem vor Jugendlichen, gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass zu kämpfen. Der 92 Jahre alte Schriftsteller nahm den Preis am Samstag bei einem Festakt in Nürnberg entgegen.

Heimattag der Siebenbürger Sachsen

Im mittelfränkischen Dinkelsbühl kommen an diesem Wochenende die Siebenbürger Sachsen zu ihren Heimattag zusammen. Schon zum Auftakt am Freitag trat die Rocklegende Peter Maffay mit seiner Band bei einem Open Air-Konzert auf. Maffay ist gebürtiger Siebenbürger. Die Einnahmen gingen an seine Kinderstiftung. Doch natürlich wird hier in den nächsten beiden Tagen auch politisch und gesellschaftlich debattiert. Eine Fülle von Veranstaltungen erwartet die Besucher. Das zentrale Thema heißt: "Erbe erhalten – Zukunft gestalten". Mitausrichter ist heuer der Landesverband Bayern. Am Pfingstsonntag wird der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Rahmen einer großen Kundgegebung eine Festansprache halten.

Ehrung für Seehofer

Mauer | Bild: picture-alliance/dpa zur interaktiven Anwendung Rückblick Zwei Nachbarn nähern sich an

Es ist ein historischer Besuch, den der tschechische Regierungschef Petr Necas in Bayern absolviert. Denn die Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien waren jahrzehntelang angespannt. Ein Rückblick. [mehr]

Am Samstag hatten die Heimatvertriebenen aus Siebenbürgen den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) mit dem Großen Ehrenwappen ihres Verbandes ausgezeichnet. Im Rahmen ihres bis Pfingstmontag dauernden Heimattages in Dinkelsbühl im mittelfränkischen Landkreis Ansbach würdigten sie damit Seehofers enge Verbundenheit mit den Siebenbürger Sachsen, wie die Staatskanzlei mitteilte. Die Siebenbürgen seien wegen ihrer vielfältigen Kontakte in ihre alte Heimat Rumänien die "Erbauer goldener Brücken in den Osten Europas", sagte der CSU-Politiker.


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