Bayerisches Fernsehen - Rundschau

SPD Der Gegenkönig

Mit 288 von 289 Stimmen haben die Delegierten des SPD-Parteitags in Nürnberg Christian Ude zu ihrem Spitzenkandidaten für die bayerische Landtagswahl 2013 nominiert. Zuvor hatte Münchens OB den Wählern einen ehrlichen Wahlkampf versprochen.

Stand: 21.10.2012
Christian Ude und SPD Logo | Bild: picture-alliance/dpa: Montage: BR

Ude sicherte den Bürgern einen ehrlichen Wahlkampf zu. «Ich verspreche nur Verbesserungen, die wir auch tatsächlich realisieren können. Der CSU warf er den Verlust von Glaubwürdigkeit und Orientierung vor. "Die Kehrtwende ist zu ihrer typischen Fortbewegungsart geworden". Neben einigen Leistungen hätten sich die Partei haarsträubende Fehler, Skandale und einen "serienmäßigen Machtmissbrauch" geleistet. Zudem sei die CSU "an Machtarroganz nicht mehr zu übertreffen". Gemeint war damit CSU-Chef Seehofer und sein Umschwenken auf den Kurs von Kanzlerin Merkel beim Thema Euro-Krise. Die SPD nominierte Münchens Oberbürgermeister fast einstimmig zum Sitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013 in Bayern. 288 der 289 SPD-Delegierten votierten auf dem Parteitag in Nürnberg für den 64-Jährigen.

SPD setzt auf elf Monate Wahlkampf

Die SPD hat bereits elf Monate vor der Landtagswahl den Startschuss zum Wahlkampf gegeben und bereitet sich auf eine sehr harte Auseinandersetzung vor.

SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Landesvorsitzende Florian Pronold attackierten die CSU am Sonntag beim Landesparteitag in Nürnberg mit großer Schärfe. "Das, was vor uns liegt, ist ein Höllenritt", sagte Pronold. Das ist ein Kampf gegen das große Geld und die Arroganz der Macht. Der Bundesvorsitzende Gabriel warf Seehofer und der CSU vor, sie seien "machtversessen und machtvergessen". Das sei der Grund für die jüngsten Niederlagen der CSU bei Kommunalwahlen.

Beliebiger Seehofer

Niemand in der deutschen Politik sei so beliebig wie CSU-Chef Horst Seehofer, spottete Pronold. "Keiner gewinnt den Wettbewerb um den schnellstdrehenden Wetterhahn Deutschlands so sicher wie Horst Seehofer", sagte er zur Wende Seehofers in der Euro-Krise.

Der CSU-Chef hatte am Freitag erstmals zusätzliche Hilfen für Griechenland nicht mehr ausgeschlossen, obwohl die CSU das bislang strikt ablehnte. "Die CSU ist hundert Prozent Opportunismus", sagte Pronold. "Mehr Schein als Sein, das ist das Grundprofil der CSU", assistierte Gabriel. Ude sei der "berühmteste und erfolgreichste Oberbürgermeister Deutschlands". Zu dem Parteitag kamen 300 Delegierte und mehrere hundert Gäste.

Ude: Umfragen kann man kaufen

Zu den Umfragewerten der CSU sagte Ude: "Umfragen kann man kaufen, Wahlen nicht." Wahlsiege könne man nur bei der Bevölkerung erreichen, die Grundlage dafür könne man aber auf Parteitagen legen. "Es ist ein wichtiger Tag, weil die Signale, die von hier ausgehen, wirklich überzeugend sein müssen", sagte Ude. Nach über einem halben Jahrhundert strebt die SPD den Machtwechsel in Bayern an. In der jüngsten Umfrage lag ein mögliches SPD-geführtes Dreierbündnis aus SPD, Grünen und Freien Wählern mit 38 Prozent klar hinter der CSU, die demnach derzeit allein 48 Prozent erzielen würde. Doch davon will die SPD sich nicht abschrecken lassen.

Ude, Christian


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