Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Protonen-Gewitter Gefahren aus dem All

Ein Sonnensturm hat die Erde erreicht. Bisher gab es keine Beeinträchtigungen, es könnte jedoch zu Stromausfällen und einer Störung der Handynetze kommen. Auch im Flugverkehr sind Beeinträchtigungen möglich.

Stand: 14.07.2012
Sonne mit Glutflecken | Bild: picture-alliance/dpa

Der Sturm hatte sich am Donnerstag von der Sonne gelöst, die rund 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Sonnenstürme entstehen, wenn unser Heimatstern große Wolken elektrisch geladener Teilchen ins All schleudert und diese ins Magnetfeld der Erde geraten. Der sogenannte koronale Massenauswurf hatte anfangs eine Geschwindigkeit von 1500 Kilometern pro Sekunde. Nachdem er die Erde am Samstag erreicht hatte, wurden zunächst keine Beeinträchtigungen gemessen.

Anfällige Technik

Im günstigsten Fall macht sich der Sonnensturm nur mit spektakulären Polarlichtern bemerkbar. Schwere Sonnenstürme können aber auch Satelliten, elektrische Anlagen, Navigationssysteme wie GPS und Funkverbindungen stören. Vor acht Jahren führte ein solches Ereignis zu einem mehrstündigen Stromausfall in Schweden, einem Ausfall des europäischen Flugradars, zur Verschiebung von über 60 Flügen in den USA und zum Verlust eines Forschungssatelliten.

Sonnenaktivität nimmt zu

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Der geomagnetische Partikelsturm wird voraussichtlioch Rang zwei auf der fünfstufigen Intensitätsskala erreichen. Die Auswirkungen könnten vor allem Kanada und den Norden Europas treffen. Bei der Explosion sollen auch große Mengen UV-Strahlung Richtung Erde unterwegs sein. Sonnenstürme gab es in der Erdgeschichte immer schon. Die zunehmende Technisierung hat unsere Zivilisation anfällig für Schäden gemacht. Die Sonnenaktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu. Sonnenstürme werden seither häufiger und stärker. Grund für die Schwankungen der Sonnenaktivität ist der Rhythmus des Gastransports in den Außenschichten der Sonne.

Aufgeheizt

Welche enormen Gewalten freigesetzt werden, zeigte ein Sonnensturm im März dieses Jahres. Damals war eine gigantische Wolke elektrisch geladener Teilchen über die Erde hinweggefegt. Der Sonnensturm hatte die obere Erdatmosphäre mit einer Energiemenge von 26 Milliarden Kilowattstunden aufgeheizt - genug Energie, um alle Haushalte in New York zwei Jahre lang mit Strom zu versorgen.


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