Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Hautkrebs Der Tod aus dem Solarium

Solarien verursachen jährlich 3400 Neuerkrankungen an Hautkrebs in Europa, das haben französische Wissenschaftler festgestellt. Ab 1. August gelten neue Bestrahlungswerte für Solarien.

Stand: 25.07.2012

Frau auf Sonnenbank | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Solarien Gefährliche Bräune

Sonnenbräune ist nach wie vor in. Allerdings - gesund ist Bräune nicht. Besonders dann, wenn sie aus dem Solarium stammt. Mit jedem Sonnenstudio-Besuch steigt das Hautkrebs-Risiko. Eine neue Verordnung soll die Strahlung verringern helfen. [mehr]

Schon mit einer gesunden Bräune in den Sommer starten - wer will das nicht. Doch mit "gesund" hat diese Bräune meist nichts zu tun, denn oft wurde sie kurz vor der Sommersaison im Sonnenstudio erworben. Und hier ist das Hautkrebsrisiko noch höher als bislang gedacht: Solarienbesucher haben ein um 20 Prozent erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, wie ein einer Studie von Wissenschaftler aus Lyon heißt. Das Risiko ist demnach sogar doppelt so hoch, wenn die Betroffenen schon vor einem Alter von 35 Jahren ins Solarium gehen.

800 Tote durch Solarien

Von 64.000 Melanomen, die in 18 europäischen Ländern jährlich neu diagnostiziert werden, sind 3400 auf die Nutzung von Sonnenstudios zurückzuführen. Rund 800 der so Erkrankten starben. Für die Untersuchung werteten französische und italienische Forscher 27 Studien zu Hautkrebs und Solariennutzung aus, die zwischen 1981 und 2012 in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und weiteren Ländern gemacht wurden. Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass schon ein Solariumbesuch pro Jahr das Hautkrebsrisiko um 1,8 Prozent erhöht.

Neue Bestrahlungsstärke

Dabei darf ab 1. August die Bestrahlungsstärke von Solarien die der natürlichen Sonne nicht mehr überschreiten. Die Bräunungsgeräte dürfen höchstens 0,3 Watt pro Quadratmeter Haut abgeben, erklärte Deutsche Krebshilfe am Mittwoch in Bonn. Die neue Bestrahlungsstärke entspräche allerdings immer noch der höchsten UV-Dosis, die auf der Erde gemessen werden kann: mittags bei wolkenlosem Himmel am Äquator, warnt der Hauptgeschäftsführer der Krebshilfe, Gerd Nettekoven.

In Deutschland ist der Besuch von Sonnenstudios für Minderjährige bereits verboten. Das Bundesverfassungsgericht wies im Januar eine Beschwerde dagegen ab. Dennoch sind rund 167.000 der Solariennutzer sind nach Angaben der Krebshilfe minderjährig.


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