Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Georgia O'Keeffe Retrospektive in München

Georgia O'Keeffe gilt als eine der bedeutendsten US-amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts. In München ist derzeit eine Retrospektive mit rund 75 Gemälden, Papierarbeiten und Skulpturen der Künstlerin zu sehen.

Stand: 03.02.2012

Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München präsentiert die erste umfangreiche O'Keeffe-Retrospektive in Deutschland überhaupt. Etwa 75 Gemälde, Papierarbeiten und Skulpturen der Pionierin der amerikanischen Kunst sollen einen Überblick über ihr Schaffen geben. Die Ausstellung ist in dieser Form erstmals außerhalb des Georgia-O'Keeffe-Museums in Santa Fe, New Mexico, zu sehen.

Gesammelte Werke

Die Retrospektive ist weitgehend chronologisch aufgebaut und führt durch die unterschiedlichen Schaffensphasen der Künstlerin. Das Spektrum reicht von ersten abstrakten Arbeiten der 1910er Jahre über Gemälde mit Blumen und Naturformationen der 1920er Jahre bis hin zu den auch hierzulande bekannten Stadtansichten New Yorks. Außerdem soll die Ausstellung einen Einblick in das Leben der emanzipierten Künstlerin vermitteln. Zu sehen sind Fotografien, Filmsequenzen und Arbeitsmaterialien O'Keeffes. Auch die Landschaftsformen New Mexicos, wo O'Keeffe lange Jahre lebte, werden mit Fotos und Filmen vorgestellt. Eine Schlüsselrolle für das Verständnis von Leben und Werk O'Keeffes spielt auch die Fotografie. Die Malerin war mit Alfred Stieglitz, einem der bedeutendsten Fotografen der amerikanischen Moderne, zunächst befreundet, später verheiratet. In der Ausstellung sind 50 Fotografien zu sehen, unter anderem von Stieglitz, Arnold Newman, Paul Strand und Anselm Adams, aber auch von O'Keeffe selbst.

Einzigartige Ausstellung

O'Keeffes Werk steht für die Loslösung der amerikanischen Kunst von der Tradition in Europa. Die Malerin habe sich von der europäischen Moderne und anderen Traditionen abgewandt, betont Ausstellungskuratorin Barbara Buhler Lynes. So hängen die meisten Bilder von O'Keeffe auch in amerikanischen Museen. Wegen der geradezu ikonischen Bedeutung ihrer Kunst für die USA war es laut Christiane Lange, Direktorin der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, teilweise schwieriger ein O'Keeffe-Bild als Leihgabe zu bekommen als ein 500 Jahre altes Dürer-Gemälde auf Holz. Durch die Zusammenarbeit mit dem Georgia O'Keeffe Museum in Santa Fe wurde die in Europa bislang einzigartige Ausstellung nun doch möglich. Die Schau ist in drei Ländern zu sehen: Erste Station war Rom, in München wird "Georgia O'Keeffe. Leben und Werk" bis zum 13. Mai gezeigt, abschließend wird sie in Helsinki präsentiert.