Vierzig Jahre nach dem Attentat auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen erinnerte sich München an diesen für Bayern und die ganze Welt tragischen Tag.
München 40 Jahre nach dem Terror
Mit einer Gedenkfeier, Kranzniederlegungen und Friedensgebeten wird in München an den Terroranschlag bei den Olympischen Spielen 1972 erinnert. Neben Spitzenpolitikern aus Deutschland und Israel nehmen daran auch Hinterbliebene der ermordeten Sportler und Überlebende des Attentats teil.
An der zentralen Gedenkfeier auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck nehmen auch sieben Überlebende sowie zehn Angehörige der Opfer des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft 1972 teil. Sie legten Kränze vor der Gedenktafel an der Connollystraße 31 nieder.
Neben Ministerpräsident Horst Seehofer und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich waren auch Israels Vize-Premier Silvan Schalom und die Witwe des ermordeten Fechttrainers Andre Spitzer, Ankie Spitzer, anwesend. Zu den Rednern zählen der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und Thomas Bach als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. "Die Sicherheitsbehörden damals zeigten einen desaströsen Dilettantismus, wie wir ihn uns niemals hätten vorstellen können", sagte Graumann bei der zentralen Gedenkfeier. "Und von Selbstkritik keine Spur." Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Spiele nach kurzer Unterbrechung fortzusetzen, nannte Graumann kalt. Der Satz "The games must go on" von IOC-Präsident Avery Brundage habe ausgedrückt, "dass jüdisches Blut billig war in den Augen der Welt".
Schweigeminute für die Opfer
Die Feier, zu der auch ein ökumenischer Gottesdienst, eine Schweigeminute, das Pflanzen eines Erinnerungsbaumes und ein Staatsempfang gehören, wird live im Bayerischen Fernsehen übertragen. Bei der Eröffnung der diesjährigen Olympischen Sommerspiele in London hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf eine Gedenkminute für die Opfer des Attentats vor 40 Jahren verzichtet, was von jüdischen Organisationen scharf kritisiert wurde. Die Feierstunde in Fürstenfeldbruck wird daher in Israel besonders beachtet.
Gedenkstätte geplant
In München soll es künftig einen eigenen Ort des Gedenkens an die Opfer des Olympia-Attentates von 1972 geben. Der Raum solle nahe des Anschlagortes im Olympiadorf errichtet werden - gemeinsam mit der Stadt München, der Bundesregierung, der Israelitischen Kultusgemeinde und dem Deutschen Olympischen Sportbund. Das kündigte Ministerpräsident Horst Seehofer nach einem Gespräch mit dem israelischen Vize-Premier Silvan Schalom an. "Wir können die Wunden nicht heilen, aber wir können versuchen, den Schmerz zu lindern."
Der Terror von 1972
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Am 5. September 1972 hatten palästinensische Terroristen der Organisation "Schwarzer September" Mitglieder von Israels Olympiamannschaft im Olympischen Dorf als Geiseln genommen, um in Israel Gefangene freizupressen. Der Anschlag endete auf dem Militärflughafen von Fürstenfeldbruck mit einem Blutbad, bei dem neun Geiseln getötet wurden. Bereits zuvor hatten die Attentäter in München zwei Sportler erschossen. Insgesamt gab es 17 Tote. Neben fünf Terroristen starb auch ein deutscher Polizist.

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