Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Fernsehen Manfred Krug wird 75

Seine Fans schwärmen von seiner Vitalität und Poesie. Ob als selbstbewusster Brigadeführer in der DDR oder als unkonventioneller Anwalt in Westberlin - Manfred Krug ist einer der populärsten Schauspieler Deutschlands.

Stand: 07.02.2012

Schon in der DDR war er sehr beliebt, spielte oft Draufgänger und Liebhaber. 1976 protestierte er gegen die Ausweisung Wolf Biermanns, bekam daraufhin Schwierigkeiten und reiste in den Westen aus, wo er mit offenen Armen aufgenommen wurde. In populären TV-Serien wie "Tatort" und "Liebling Kreuzberg" setzte er seine Karriere erfolgreich fort. Die Schauspielerei hat er an den Nagel gehängt, dafür singt er jetzt.

Geboren im Ruhrpott

Geboren wurde Manfred Krug 1937 in Duisburg. Er kam als Zwölfjähriger in die DDR, zusammen mit seinem Vater, einem Eisenhütten-Ingenieur, der in die DDR umsiedelte. Schon ab 1957 stand er bei der DEFA-Filmgesellschaft regelmäßig vor der Kamera. Typisch für den jungen Krug waren Filme wie "Auf der Sonnenseite" (1961) oder "Beschreibung eines Sommers" (1962), in denen der Draufgänger und Casanova sich sowohl zum gesellschaftlich engagierten DDR-Bürger wie zum zartfühlenden Liebenden entwickelt. So liebte ihn das Publikum.

Kommissar und Anwalt

In der Bundesrepublik konnte Krug seine Karriere ohne Unterbrechung fortsetzen. Als Fernfahrer in der TV-Serie "Auf Achse" (1978-1995), als Kommissar im "Tatort" des NDR (1984-2001) und besonders als Rechtsanwalt in "Liebling Kreuzberg" (1986-1998) wurde er zu einem der beliebtesten Fernsehstars in West- und Ostdeutschland. Vor allem "Liebling Kreuzberg" war ein Glücksfall in der deutschen Fernsehgeschichte, die Serie wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Die Drehbücher zu vier der fünf Staffeln schrieb der Schriftsteller Jurek Becker, der Krug sehr gut kannte. Sie waren befreundet, hatten zusammen in Ostberlin in einer Wohngemeinschaft gelebt. Der Anwalt wurde so fast zu einem Alter Ego von Krug.

Singender Mister Telekom

Manfred Krugs Aktivitäten gehen aber über die Filme weit hinaus. Er hat fünf Bücher geschrieben. In dem 1996 veröffentlichten Band "Abgehauen" schilderte er seine kritische Sicht auf die DDR. Er hat CDs mit eigener Musik veröffentlich, aber auch Hörbücher mit Texten von Bert Brecht. Er hat für die Telekom-Aktie geworben und sich später dafür entschuldigt, dass die Aktionäre Geld verloren haben. Insgesamt ist er immer Manfred Krug geblieben.