Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Montblanc Die Vermissten leben

Alle vier beim Lawinenunglück am Montblanc-Massiv zunächst vermissten Bergsteiger sind am Leben. Das berichteten die Nachrichtenagentur AFP und der Nachrichtensender BFM. Neun Bergsteiger waren von einer Lawine in den Tod gerissen worden. Unter den Opfern sind drei Deutsche.

Stand: 12.07.2012

Zwei der als vermisst gemeldeten Bergsteiger hatten eine andere Route am Mont-Blanc-Massiv genommen, während zwei weitere auf die Tour verzichteten, wie ein Sprecher der Polizei in Chamonix mitteilte. "Es bleibt bei neun Todesopfern", sagte Emmanuel Vegas von der Polizei in Chamonix. Die Bergsteiger waren in der Nacht zum Donnerstag gegen 1.30 Uhr in zwei Gruppen von ihrer Berghütte in rund 3.600 Metern Höhe aufgebrochen. Nach Angaben der Polizei erfasste die Lawine beide Seilschaften in rund 4000 Metern Höhe. Ein Verletzter habe gegen 05.25 Uhr morgens einen Notruf abgesetzt. 28 Bergsteiger wurden von den Schneemassen mitgerissen. Neun von ihnen starben, fünfzehn wurden verletzt, wie die Hochgebirgsgendarmerie in Chamonix mitteilte. Unter den Toten sind neben den drei Deutschen ein Schweizer, drei Briten und zwei Spanier.

Keine Warnung

Das Unglück gilt als das schlimmste seit Jahren. Erst vergangene Woche waren in den Alpen fünf deutsche Bergsteiger ums Leben gekommen. Nach Angaben der französischen Behörden löste sich die Lawine am Mont Maudit. Er liegt für Bergsteiger auf dem Weg zum 4.810 Meter hohen Montblanc. Einer der Verletzten hatte gegen 5.30 Uhr die Rettungskräfte alarmiert. An dem Großeinsatz sind dutzende Polizisten und Rettungskräfte sowie zwei Hubschrauber beteiligt. Die Ursache für den Abgang der Lawine war zunächst unklar. Kein Wetterdienst habe vor erhöhter Lawinengefahr gewarnt, erklärte der Bürgermeister von Chamonix. Die Besteigung der drei Berge Mont-Blanc du Tacul, Mont-Maudit und Mont-Blanc ist bei Alpinisten im Sommer sehr beliebt.

"Wind ist der Baumeister von Lawinen - da können schon kleinere Neuschneemengen von zehn Zentimetern Verfrachtungen ergeben, die auch im Sommer tatsächlich zu einem Lawinenunglück führen."

Stefan Winter, Ressortleiter Breitensport beim Deutschen Alpenverein


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