Sommer Bayern im Schwitzkasten
Am Sonntag hat Bayern den bislang heißesten Tag des Jahres erlebt. Ein gerechter Ausgleich nach den Regentagen. Doch es gibt auch Nachteile. In Franken ist die Waldbrandgefahr gestiegen. In Badeseen bilden sich Blaualgen.
An der Wetterstation in Kitzingen bei Würzburg wurde mit 36,6 Grad die höchste Temperatur in Bayern gemessen, wie ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst mitteilte. Der Hitzerekord von 2003, als das Quecksilber in Würzburg auf 37,7 Grad kletterte, wurde damit allerdings nicht erreicht. Bundesweiter Spitzenreiter war laut Meteomedia Göllheim in Rheinland-Pfalz mit 39,2 Grad. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es mit 38,9 Grad in Saarbrücken und in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) am heißesten in Deutschland. Bereits am Samstag war es fast überall hochsommerlich mit Temperaturen von rund 33 Grad.
Ein heißer Wochenbeginn
Zum Wochenstart am Montag könnten die Temperaturen in Mittelfranken und in der Oberpfalz noch weiter auf bis zu 37 Grad steigen. Vor allem im Bergland können sich am Nachmittag einzelne, teils kräftige Hitzegewitter entwickeln. Der Wasserstand der Donau liege derzeit an einigen Stellen zwischen 30 und 40 Zentimeter unter dem Jahresdurchschnitt von 290 Zentimetern. Die voll beladenen Lastkäne haben stellenweise nur noch 30 Zentimeter Wasser unter dem Kiel.
"Vor allem zwischen Straubing und Vilshofen wird die Donau derzeit zu einem Nadelöhr. Da fehlt einfach jeder Zentimeter Wasser"
Helmut Rubenbauer, kommissarischer Fachbereichsleiter beim Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg,
Waldbrandgefahr steigt
Eine weitere Schattenseite der hohen Temperaturen ist die steigende Waldbrandgefahr. In Franken sollen deshalb am Wochenende wieder Beobachtungsflüge stattfinden. Vor allem der Norden Bayerns ist betroffen. In den Nachmittagsstunden sei die Gefahr besonders groß. Die Behörden warnten deshalb davor, in Waldgebieten zu rauchen, Zigarettenstummel wegzuwerfen oder sogar offenes Feuer zu machen.
Algenplage vermiest den Badespaß
Der Deutsche Wetterdienst rät hitzeempfindlichen Menschen, sich tagsüber nicht zu überanstrengen, starke Sonneneinstrahlung zu meiden, viel Wasser zu trinken, die Wohnungen tagsüber abzudunkeln und die Fenster geschlossen zu halten, um das Eindringen der Hitze zu vermeiden. Rekordtemperaturen von knapp 40 Grad, was ist da verlockender als ein Bad in einem kühlen See. Doch mit den Temperaturen steigt auch die Wahrscheinlichkeit der Algenbildung im Wasser. Im Baggersee in Kleinsendelbach (Landkreis Forchheim) wurde bereits eine Warnung an die Badegäste herausgegeben.
Hintergrund sind Blaualgen am westlichen Teil des Sees. Bereits Ende Juni hatte es eine erste Badewarnung für diesen Baggersee gegeben. Blaualgen können bei intensiven Hautkontakt oder bei Verschlucken des Wassers zu Erkrankungen führen und Allergien verursachen. Besonders gefährdet sind Kinder. Die Wasserqualität werde weiter vom Gesundheitsamt überprüft, so das Landratsamt. Sobald sich die Werte verbessern würde die Badewarnung wieder aufgehoben.

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