Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Griechenland Fass ohne Boden

Offenbar fehlt Griechenland noch wesentlich mehr Geld, als bislang angenommen. "Der Spiegel" berichtet von einer Finanzlücke von rund 20 Milliarden Euro. Doch die griechische Regierung hat den Bericht inzwischen zurückgewiesen.

Stand: 23.09.2012
Schwarzes Loch verschlingt Geld | Bild: picture-alliance/dpa; br; montage:br

Inzwischen hat der griechische Finanzminister Stournaras den Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zurückgewiesen, wonach das Haushaltsloch in Athen deutlich größer ist als bislang angenommen. Der "Spiegel" hatte berichtet, der griechischen Regierung fehlten rund 20 Milliarden Euro und damit fast doppelt so viel wie bislang bekannt. Stournaras stellte klar, dass diese Zahl nicht stimme. Sein Land müsse - wie bislang angegeben - 11,5 Milliarden Euro einsparen. Der deutsche Finanzstaatssekretär Kampeter bestätigte indirekt die Aussage des griechischen Ministers: Es gebe keinen neuen Sachstand. Man müsse den Bericht der Troika aus Experten von EZB, EU-Kommission und IWF zu Griechenland abwarten. Erst dann gebe es verbindliche Daten.

Die Troika macht Pause

Derzeit kontrolliert die Geldgeber-"Troika" die Sparfortschritte in Griechenland. Allerdings haben die Kontrolleure ihre Arbeit in Athen am Wochenende für eine Woche unterbrochen. Die EU-Kommission hatte betont, dies weise nicht auf Probleme hin. Es gebe bedeutende Fortschritte. Die Regierung in Athen hatte sich trotz Drucks der Troika nicht auf alle Einzelheiten des neuen Sparpaketes von 11,7 Milliarden Euro für die nächsten beiden Jahre einigen können. Dem "Spiegel"-Bericht zufolge soll der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras mehrfach angefragt haben, ob die öffentlichen Gläubiger bereit wären, auf die Rückzahlung von Schulden zu verzichten. Für die Bundesregierung ist ein weiterer Schuldenerlass für Griechenland aber kein Thema. Samaras hofft zudem auf zwei Jahre Aufschub bei den drastischen Sparauflagen.

Sparen schon seit Jahren

Griechenland hängt seit mehr als zwei Jahren am internationalen Finanztropf und hat schon zwei Hilfsprogramme zugesagt bekommen. Die im Gegenzug verlangten Einsparungen verschärfen die jahrelange Rezession und sorgen im Land für wachsenden Widerstand. Das jüngste Sparpaket ist auch innerhalb der Regierungskoalition umstritten und deswegen noch nicht in Kraft. Es soll in dieser Woche beschlossen werden.


0