Verbraucher Einkaufen gegen die Krise
Mit der Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen sinkt auch die Kauflaune der Verbraucher. Das hat die Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK) in Nürnberg ermittelt. Erstmals seit einem halben Jahr rutscht der Konsumgüterindex ins Minus.
Die deutschen Verbraucher sorgen sich immer mehr um die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Das geht aus der aktuellen Konsumklimastudie der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung, GfK, für den Juli hervor. Die Marktforscher begründen den schwindenden Konjunktur-Optimismus mit der anhaltenden Banken- und Schuldenkrise in Europa. Die Deutschen würden befürchten, dass nun auch die deutsche Wirtschaft in den Krisenstrudel gerät, so die GfK.
Shoppen gegen den Trend
Der Index der sogenannten Konjunkturerwartung rutschte zum ersten Mal seit Dezember ins Minus. Alles in allem bleibt das Konsumklima für den Juli aber konstant. Trotz Konjunktursorgen rechnen die Befragten immer noch mit einem stabilen Einkommen. Vor allem die zuletzt vergleichsweise hohen Tarifabschlüsse machen die Verbraucher anscheinend zuversichtlich. Die Euro-Krise hat bisher auch nicht die Einkaufszettel der Deutschen erreicht. Sie frönen immer noch der sogenannten "Konsumneigung". Dieser Index der Studie konnte wieder einmal zulegen. Für den August errechneten die Nürnberger Konsumforscher einen leichten Anstieg des Konsumklimas von 5,8 im Juli auf einen Wert von 5,9.
Südeuropa wappnet sich gegen die Krise
Im Gegensatz zu Deutschland und auch Österreich ist die Kauflaune der Verbraucher im EU-Vergleich besonders in den krisengeschüttelten Mittelmeerländern wie Spanien, Italien, Griechenland und Portugal schlecht. Laut GfK versuchen unter anderem die Verbraucher in Italien, ihre Ausgaben so weit wie möglich zu drosseln und sich so für noch schlechtere Zeiten zu wappnen. Die spanischen Konsumenten verschieben größere Anschaffungen auf später. In Griechenland haben die Verbraucher Angst, den Euro doch noch zu verlieren. Statt ihr Geld in Griechenland auszugeben, schaffen sie es außer Landes, so die GfK. Entsprechend niedrig sind die Konjunktur- und Einkommenserwartung in den Mittelmeerländern. Dieser Trend setzt sich in ganz Europa fort: In England konnte nicht einmal das Thronjubiläum der Queen die Briten in echte Kauflaune versetzen.

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