Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Frankfurt Streik wird ausgesetzt

Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat ihren Streik am Frankfurter Flughafen vorläufig beendet. Der Flughafenbetreiber Fraport hatte den Streikenden zuvor ein Gesprächangebot übersandt.

Stand: 22.02.2012
Ein Follow Me - Fahrzeug mit  Schriftzug "Streik" auf dem Fraport-Gelände | Bild: picture-alliance/dpa; Montage: BR

Ursprünglich war der Streik auf Montag begrenzt, wurde dann zuerst auf 48 Stunden ausgedehnt und schließlich bis zum Freitag verlängert. Doch nachdem der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ein Gesprächsangebot übersandt hatte, namen diese das Gesprächsangebot an. Wie Vorstandschef Stefan Schulte auf einer Pressekonferenz sagte, war das Angebot verbunden mit der Aufforderung, die Streikmaßnahmen auf dem Vorfeld umgehend zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Ab Donnerstag soll verhandelt werden.

Sind Aushilfen ein Sicherheitsrisiko?

Fraport hatte sich auf den Arbeitskampf bereits vor Beginn eingestellt und Personal geschult, das einen Notbetrieb bei der Vorfeld-Flugaufsicht aufrecht erhält. Die Gewerkschaft zweifelt daher an der Sicherheit der Flugabfertigung. GdF-Sprecher Matthias Maas sagte, viele Ersatzkräfte hätten nur eine Kurzausbildung von zwei Tagen hinter sich, während dafür normalerweise sechs bis sieben Monate erforderlich seien. Zudem würden die Ruhezeiten nicht mehr eingehalten. Viele Piloten achteten selbst darauf, an die richtige Stelle zu gelangen. Fraport-Sprecher Schweitzer wies die Kritik entschieden zurück: "Die Sicherheit ist hier jederzeit gewährleistet".

Keine Bewegung im Tarifstreit

Die Fronten in dem seit Monaten schwelenden Tarifstreit waren verhärtet und eine schnelle Einigung nicht absehbar. Die Gewerkschaft will deutlich höhere Löhne für die Vorfeld-Mitarbeiter durchsetzen, die der Schlichter bei den Tarifverhandlungen vorgeschlagen hatte. Fraport hatte den Spruch nicht akzeptiert und einen Streik riskiert. An den ersten beiden Streiktagen, also Donnerstag und Freitag vergangener Woche, gingen Fraport nach früheren Angaben zusammen 3,5 bis vier Millionen Euro Umsatz verloren. Die Lufthansa büßte nach Analystenschätzungen an den beiden Tagen insgesamt 40 Millionen Euro an Umsatz ein.