Expertenbericht Europa am Abgrund
Europa steuert auf eine Katastrophe zu. Das ist das Ergebnis eines Berichts renommierter Wirtschaftsexperten. Deutschland könne bald mit der Schuldenkrise überfordert sein.
"Europa steuert schlafwandelnd auf eine Katastrophe von unabsehbaren Ausmaßen zu", heißt es in dem Bericht. Eine Gruppe von 17 Ökonomen kommt zu diesem Ergebnis, das vom Institute for New Economic Thinking in den USA veröffentlicht wurde. Die Lage in den Euro-Krisenländern habe sich in den vergangenen Woche "dramatisch verschlechtert". Zu den Experten gehören untern anderem auch die beiden deutschen Wirtschaftsweisen Peter Bofinger und Lars Feld.
"Der Eindruck einer nicht-endenden Krise, in der ein Dominostein nach dem anderen fällt, muss korrigiert werden."
Institute for New Economic Thinking
Reaktion aus Berlin
Dennoch halten die Experten die Lage nicht für aussichtslos. Es sei nach wie vor möglich, ökonomisch und politisch einen Weg aus der Eurokrise zu finden. Dazu gehören unter anderen die Schaffung einer Fiskalunion einschließlich einer Bankenunion. Außerdem sei der Rettungsschirm ESM zu klein, um den größeren Euro-Ländern zu helfen. Daher einigten sich die europäischen Wirtschaftswissenschaftler als akute Krisenmaßnahme auf den vom Sachverständigenrat vorgeschlagenen Schuldentilgungsfonds. Die Bundesregierung hielt dagegen: "Die Einschätzung, dass Europa an der Schwelle zu einer Katastrophe steht, wird von der Bundesregierung ausdrücklich nicht geteilt", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter. "Vieles ist ja auch schon erreicht", sagte er. "Die Verschärfung des Stabilitätspaktes und der Fiskalpakt sind nur Beispiele dafür."
Kein drittes Hilfspaket für Griechenland
Der Wirtschaftsweise Lars Feld, nannte den kritischen Ausblick von Moody's für Deutschland berechtigt. Moody's hatte am Dienstag die Aussichten für Deutschland auf negativ gesetzt, das Aaa-Rating aber nicht angetastet. Feld plädierte dafür, Griechenland in der Eurozone zu halten. Ein drittes Rettungspaket dürfe es aber nicht geben, wenn die Regierung in Athen Auflagen nachweislich nicht erfüllt habe.

Wetter
