Studie Schlauer durch Computerspiele?
Computerspiele machen doof? Nicht unbedingt. Dass man durch spezielle Computerspiele auch positive Effekte erzielen kann, haben jetzt Psychologen der Universität Würzburg gezeigt. Die Intelligenz ließ sich dadurch sogar steigern.
Die Würzburger Forscher bauten dafür ein wissenschaftlich anerkanntes Training zur Steigerung des logischen Denkvermögens als Computerspiel um: Welcher Gegenstand aus einer vorgegebenen Reihe – Roller, Schaukelpferd, Zug und Pferd – passt zum Beispiel am besten zu einem Bobby-Car? In über 100 internationalen Studien an weit über 4.000 Kindern konnten die Wissenschaftler bereits den Erfolg dieses Trainings nachweisen: Kinder, die solche strategischen Vergleiche gelernt hatten, schnitten nicht nur in Intelligenztests besser ab. Auch ihre Schulleistungen fielen auf Dauer deutlich besser aus. Für die Umsetzung als Software überarbeiteten Wolfgang Lenhard und seine Kollegen vom Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie das Training komplett, gestalteten es neu und verpackten es in eine typische Computerspielsituation.
Bedeutsame Verbesserung des logischen Denkens
In dem Spiel begeben sich Kinder auf die virtuelle Suche nach dem "blauen Diamanten der Weisheit", der im Elfenland versteckt ist. Auf dem Weg dorthin müssen sie mehr als hundert Aufgaben bewältigen, in denen schlussfolgerndes Denken gefragt ist. Begleitet werden sie dabei von Elfe und Mathis, zwei Elfenkindern. Für die Untersuchungen teilten die Forscher Kinder aus drei bayerischen Förderklassen in zwei Gruppen ein. Eine Gruppe wurde über einen Zeitraum von sechs Wochen systematisch mit den Denkspielen um die Elfenkinder gefördert. Die andere Gruppe nahm im selben Zeitraum am normalen Schulunterricht teil. Jeweils vor und nach dem Förderzeitraum maßen die Psychologen die Leistung im logischen Denken mit standardisierten Intelligenztests.
Das Ergebnis: "Eine bedeutsame Verbesserung des logischen Denkens zeigte sich nach dem Förderzeitraum nur in der Gruppe, die mit den Denkspielen mit Elfe und Mathis gefördert worden war", sagt Lenhard. In dem kurzen Förderzeitraum sei es gelungen, das logische Denkvermögen von im Schnitt 90 IQ-Punkten vor dem Training auf 101 Punkte danach zu erhöhen.
Motivation als Schlüssel zum Lernen
Während vor der Untersuchung mehr als die Hälfte der Kinder eine Leistung im unteren Viertel aufwies, war dies nach den sechs Wochen in der Experimentalgruppe nur noch bei einem einzigen Kind der Fall. Dass die Effekte so hoch ausfielen, führen die Forscher zumindest zum Teil auch auf die Computerspielsituation zurück. "In dem Computerspiel verfolgen die Kinder ein virtuelles Ziel: Sie müssen den blauen Diamanten finden. Das hält ihre Motivation bis zum Ende des Trainings aufrecht", sagt Lenhard. Auch die Tatsache, dass Computerspiele ständig Rückmeldung über den aktuellen Leistungsstand geben, trage zum Erfolg bei.

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