Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Bundeswehrreform Der Fahrplan steht

Knapp acht Monate nach der Grundsatzentscheidung zur Bundeswehrreform steht nun der Fahrplan für die Standortschließungen. Die Neuausrichtung der Bundeswehr soll laut dem Bundesverteidigungsminister bis Ende 2015 weitgehend abgeschlossen sein.

Stand: 12.06.2012
Montage: Ein Soldat schließt hinter einer Kompanie das Kasernentor | Bild: picture-alliance/dpa

Im Oktober vergangenen Jahres hatte Bundesverteidigungsinister Thomas de Maizière angekündigt, jeden fünften der 328 Bundeswehrstandorte in den kommenden Jahren zu schließen oder zumindest soweit auszudünnen, dass er nicht mehr als Standort gilt. In vielen Bundesländern hat der Rotstift nun erneut zugeschlagen. Die Neuausrichtung der Bundeswehr soll laut Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere bis Ende 2015 weitgehend abgeschlossen sein.

Die Situation in Bayern

In Bayern sind bis 2019 insgesamt 22 Liegenschaften von den Plänen betroffen. Als erstes gehen Anfang 2014 in der Alfred-Delp-Kaserne in Donauwörth mit ihren gut 1.000 Soldaten die Lichter aus. Auch die Kreiswehrersatzämter in Bamberg, Deggendorf, Traunstein, Kempten, Weiden und Würzburg schließen im ersten Quartal 2014. Die Artilleriekaserne in Kempten und das Fachsanitätszentrum folgen Mitte 2016, das dortige Verpflegungsamt macht voraussichtlich erst 2018 dicht. Die längste Gnadenfrist unter den schwäbischen Bundeswehrstandorten bekommt der Fliegerhorst in Kaufbeuren: Die Technische Schule der Luftwaffe 1 soll nach den Plänen des Ministeriums noch bis Ende 2017 erhalten bleiben. Der Fliegerhorst in Penzing und der Standort Sonthofen sollen bis 2018 erhalten bleiben, Fürstenfeldbruck und Erding bis 2019. Nicht ganz geschlossen wird bekanntlich der Standort Lagerlechfeld, das Aus für das Jagdbombergeschwader kommt nach BR-Informationen bereits im kommenden März.

Stellenausbau im Freistaat

Zumindest das bayerische Untermeitingen kann offenbar mit mehr Soldaten rechnen als bislang vorgesehen. Am Standort des Jagdbombergeschwaders 32 sollten 1.050 Stellen gestrichen werden, nunmehr soll die Kaserne um 100 Posten aufwachsen. Auch in Lahnstein (Rheinland-Pfalz) wird es ein deutliches Wachstum geben. Statt 680 Posten zu verlieren, wird es ein Plus von 1.200 Stellen geben. Dort ist unter anderem das Bundesamt für Informationstechnik angesiedelt. Änderungen wird es auch in der Führung der Bundeswehr geben. Nachdem bereits das Verteidigungsministerium umgestaltet wird, sollen nun neue Führungsebenen bei der Truppe eingezogen werden.

Stellenabbau in Schleswig-Holstein

Den neuen Planungen zufolge müssen die Standorte Koblenz (Rheinland-Pfalz) und Laupheim (Baden-Württemberg) weitere Dienstposten abgeben. Koblenz wird nunmehr um insgesamt 1.100 Stellen reduziert, ursprünglich waren dort nur 420 Stellen zur Streichung vorgesehen. Die jetzt in Laupheim gestrichenen 300 Posten sollen weitgehend dem brandenburgischen Schönewalde zugeschlagen werden, wo künftig die Luftwaffe anstelle des Heeres die Transporthubschrauber fliegen wird. Neu auf der Streichliste ist jetzt Idstedt in Schleswig-Holstein. Hier sollten ursprünglich 20 Stellen für Teile der Luftwaffen-Informationstechnik verbleiben. Die meisten der bislang vorgesehenen Standorte werden im Zeitraum 2014 bis 2016 geschlossen.


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