Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Ärzte Protest trotz Einigung

Die Honorare für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten steigen im kommenden Jahr um rund 1,2 Milliarden Euro. Darauf einigten sich gesetzliche Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung. Viele Ärzte protestierten trotzdem.

Stand: 10.10.2012
Demonstrierende Arzthelferinnen halten Plakate mit der Aufschrift «Wir gehen mit den Ärzten baden»  | Bild: picture-alliance/dpa; Montage: BR

Trotz einer Honorarerhöhung mussten Patienten bundesweit mit geschlossenen Praxen rechnen. Die Protest-Organisatoren einer Allianz der Ärzteverbände bekräftigten kurz nach dem Durchbruch in den zentralen Honorarverhandlungen ihren Aufruf zu Demonstrationen. "Diese Einigung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das grundsätzliche Problem von fehlenden festen Preisen und unbezahlten Leistungen der Ärzte und Psychotherapeuten damit nicht gelöst ist", sagte der Sprecher der Allianz der Berufsverbände, Dirk Heinrich.

KBV-Chef Andreas Köhler und der stellvertretende GKV-Vorsitzende Johann-Magnus von Stackelberg zeigten sich dagegen zufrieden mit dem Ergebnis. Demnach soll die sogenannte Grundversorgung um 270 Millionen Euro steigen, wie bereits in ersten Verhandlungen entschieden worden. Ferner sollen die Kosten für die Psychotherapie zukünftig aus dem Gesamtbudget herausgelöst werden. Die Details werden bei Gesprächen auf Landesebene geklärt.

Flächendeckender Aktionstag

In Bayern haben Hunderte Praxismitarbeiter und Ärzte demonstriert. Einige angemeldete Versammlungen fielen aber aus. In Neumarkt in der Oberpfalz nahmen rund 250 Menschen an einer Kundgebung teil. Vor der AOK-Geschäftsstelle im oberpfälzischen Cham demonstrierten etwa 50 Menschen. Mit Trillerpfeifen ausgerüstet versammelten sich in Aschaffenburg vor der Filiale der Techniker Krankenkasse rund 150 Demonstranten. Unter dem Motto "Praxis ohne Mitarbeiter" nahmen in Würzburg etwa 60 Menschen an einer Mahnwache teil. Auch in München machten rund 100 Demonstranten ihrem Ärger Luft. In Augsburg blieb dagegen der angekündigte Protest vor der AOK-Filiale nach Angaben der Krankenkasse aus. Auch eine Ärzte-Aktion auf dem Landshuter Rathausplatz wurde abgesagt.


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