Havarie Liegt ein Fluch auf der "Seeshaupt"?
Das neue Flaggschiff der Starnberger-See-Flotte ist in den voll besetzten Steg eines Seerestaurants gekracht. Fünf Menschen wurden leicht verletzt. Es war die zweite Panne innerhalb zweier Wochen. Getauft wurde das Schiff am Freitag, den 13.7.12.
Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte, hatten zunächst sämtliche Fahrgäste die MS Seeshaupt am Dampfersteg der Seepromenade planmäßig verlassen. Anschließend sollte das Ausflugsschiff in den Starnberger Hafen zurückfahren. Als der Kapitän das Schiff rückwärts manövrierte, bemerkte er jedoch, dass der Rückwärtsgang sich nicht mehr lösen ließ. So sei dann die MS Seeshaupt - nur mit der Mannschaft besetzt - auf den Steg des Seerestaurants zugefahren. Die Restaurantgäste, die das Unglück kommen sahen, verließen fluchtartig den Steg.
Mehrere zehntausend Euro Schaden
Ein Gast konnte sich nur mit einem Sprung ins Wasser retten. Das Heck des Schiffes krachte schließlich in den Steg, wobei fünf Menschen durch herumfliegende Gegenstände leicht verletzt wurden. Die Verletzten kamen nach Starnberg ins Krankenhaus. Das Schiff und die Mannschaft blieben fahrtüchtig und kehrten später - nachdem der technische Defekt behoben war - in den Starnberger Hafen zurück. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. An der Außenhaut der "Seeshaupt" sind einige große Beulen zusehen - der Gesamtschaden wird auf mehrere zehntausend Euro geschätzt. Das Schiff wurde mittlerweile von der Polizei zur Untersuchung sichergestellt.
Kinderkrankheit oder Fluch?
Die "Seeshaupt" wurde erst vor wenigen Wochen in Dienst gestellte und ist das größte und modernste Schiff der Staatlichen Seenschifffahrt in Bayern. Zwei Tage nach der Schiffstaufe am Freitag, den 13.7.2012 musste das neue Flaggschiff wegen technischer Probleme wieder in den Hafen. Der Grund war offenbar ein ähnlicher wie die jetzige Unfallursache: Wegen eines defekten elektronischen Bauteils ließ sich der linke Schiffspropeller nicht mehr bedienen. Bei einem Anlegemanöver musste der Kapitän das Schiff drehen und den Steg in Berg von rechts anfahren. Die Reparatur dauerte drei Tage. Der Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt, Walter Stürzl, sprach von Kinderkrankheiten, völlig normal bei so einem komplexen technischen System wie dem der neuen MS Seeshaupt. Nun muss das Schiff offenbar gründlich untersucht werden, um weitere Pannen mit der Maschine auszuschließen.

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