Lebensmittel Mäusekot bei Müller-Brot
Die Bäckerei Müller-Brot hatte wohl gehofft, die Hygienemängel ohne große Medienbegleitung beheben zu können - daraus wird wohl nichts. Wie jetzt bekannt wurde, hatten die Kontrolleure bei Müller Mäusekot entdeckt.
Wie der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, bestätigte, ist Müller-Brot bereits seit Jahren im Visier seiner Behörde. Zapf sagte dem Bayerischen Rundfunk, man sei "in den letzten Jahren mehrfach in dem Betrieb" gewesen. Bei den Schädlingen in der mittlerweile geschlossenen Großbäckerei Müller-Brot habe es sich um Mäuse gehandelt. Man habe wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen gefunden, so Zapf. Die Anlagen seien daraufhin gereinigt worden, später sei der Kot aber an anderen Stellen wieder aufgetaucht.
Müller-Brot ist ein Einzelfall
Von den hygienischen Mängeln seien "verschiedene Produktlinien und Teile des Betriebs betroffen gewesen", so der Lebensmittelkontrolleur - etwa Maschinen, die Warenausgabe oder das Lager. Nach dem jetzigen Produktionsstopp dürfe die Firma erst wieder die Produktion aufnehmen, wenn die Kontrolle keine wesentlichen Beanstandungen mehr ergeben habe, "also erst nach Freigabe durch die Behörden". Die Frage, ob derartige Fälle häufiger vorkämen, erklärte der Behördenchef, man habe in den vergangenen Jahren umfassend Großbäckereien kontrolliert. So ähnliche Fälle jedoch seien ihm "jetzt nicht bekannt".
Wiederholungstäter Müller-Brot
Bereits seit Juli 2009 gibt es beui Müller-Brot besondere Kontrollen der Lebensmittelüberwachung. Dabei wurden die Kontrolleure immer wieder fündig. Von den hygienischen Mängeln seien "verschiedene Produktlinien und Teile des Betriebs betroffen gewesen", so das Landesamt. Neben mehrfachen Rügen wurden bereits mehrfach Geldbußen verhängt, darunter zweimal Zwangsgelder in Höhe von 25 000 Euro sowie Ordnungsgelder bis zu 11.000 Euro. Zudem wurde angeordnet, dass Müller-Brot bereits ausgelieferte Waren aus den Filialen und Supermarktregalen zurückgeholt und vernichtet.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt
Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit fast neun Monaten gegen die Großbäckerei. Das Landratsamt Freising hatte die Behörde am 10. Mai 2011 auf Hygienemängel in dem Neufahrner Betrieb hingewiesen. Diese Darstellung bestätigte Oberstaatsanwalt Markus Kring dem Bayerischen Rundfunk. "Es wird wegen des Inverkehrbringens von Lebensmitteln ermittelt, die für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet sind", so Kring. Mitte 2011 habe es dazu schon einen Durchsuchungsbeschluss gegeben. Bei der Überprüfung in den Produktionsanlagen habe bisher nicht Ungeziefer, sondern Verschmutzung von Maschinen, die Hauptrolle gespielt.
Kritik von Verbraucherschützern und Gewerkschaften
Nachdem immer neue Ungereimtheiten bekannt werden, gerät jetzt auch die Staatsregierung in die Defensive. Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft der Regierung vor, die Veröffentlichung der Ergebnisse von Hygienekontrollen zu blockieren. Die Zustände bei Müller-Brot hätten längst bekannt gemacht werden müssen, sagte der Vize-Geschäftsführer von Foodwatch, Matthias Wolfschmidt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) übt heftige Kritik an Müller-Brot. Die Leidtragenden des Missmanagements des Unternehmens seien vor allem die 1.100 Beschäftigten. Deren Arbeitsplätze seien nun akut gefährdet. Kritik übte die NGG zudem an den Lebensmittelkontrolleuren vom Landratsamt Freising. Es könne nicht sein, dass die Öffentlichkeit über die wahren Missstände im Unklaren gelassen werde und Informationen nur nach und nach veröffentlicht würden. Das Landratsamt Freising wies die Vorwürfe zurück. Bei einer Pressekonferenz sagte Landrat Andreas Schwaiger, das Vorgehen der Behörden sei in "keiner Weise irgendwie kritikwürdig". Landesamtschef Andreas Zapf sagte, die Kontrollen seien professionell und in guter Zusammenarbeit durchgeführt worden.

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