Bayerisches Fernsehen - Rundschau

Guttenberg Comeback in Kanada

Monatelang war Karl-Theodor zu Guttenberg abgetaucht, nun sucht die einstige CSU-Lichtgestalt wieder das Rampenlicht. Er nutzte eine Sicherheitskonferenz im kanadischen Halifax für die Rückkehr auf die öffentliche Bühne.

Stand: 20.11.2011

Ist das wirklich Karl-Theodor zu Guttenberg? Die Haare nicht gegelt - und ohne Brille hätten ihn viele gar nicht wiedererkannt! Die Veranstalter des Halifax International Security Forum hatten Guttenberg als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion geladen, in der es um die Weltwirtschaft ging. Gut eine Stunde lange diskutierte der CSU-Mann in fließendem Englisch mit Experten über die Krisen in der Welt und Europa. Dabei ging er auch mit Europas Politikern hart ins Gericht. Es gebe nicht nur eine Euro- und Schuldenkrise, sondern auch eine Krise des Verständnisses und der politischen Führung.

"Angesehener Staatsmann"

Angekündigt worden war Guttenberg als «distinguished statesman» seiner Denkfabrik, also als "angesehener Staatsmann". Beim folgenden Podiumsgespräch mit dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak nahm Guttenberg in den hinteren Reihen Platz. Dort saß auch der kanadische Verteidigungsminister, der seinen Ex-Kollegen herzlich umarmte. Nach seinem Rücktritt wegen seiner zum Großteil abgekupferten Doktorarbeit hatte sich Guttenberg zurückgezogen und wechselte dann den Wohnort. Er ließ sich mit seiner Familie im US-Bundestaat Connecticut nieder. Seitdem ist er für das renommierte "Center for Strategic anf International Studies" tätig.

Justiz in Hof ermittelt noch

Auch in Deutschland ist der Ex-Minister, der am 5. Dezember 40 Jahre alt wird, noch nicht vergessen. Auf dem jüngsten CSU-Parteitag gab es in seiner Abwesenheit Applaus, als Kanzlerin Angela Merkel Guttenbergs Rolle bei der Bundeswehr hervorhob. Die Guttenberg-Story soll zudem im kommenden Jahr verfilmt werden. In Kürze dürfte allerdings die Plagiatsaffäre noch einmal für Schlagzeilen sorgen. Die Staatsanwaltschaft Hof will die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Urheberrechtsverletzung in Kürze abschließen. Die Behörde prüft seit Monaten, ob sich Guttenberg mit Plagiaten in seiner Doktorarbeit strafbar gemacht hat.