Durban Klimakonferenz der Kompromisse
In einem Verhandlungsmarathon hat sich die Staatengemeinschaft auf der Klimakonferenz in Südafrika doch noch auf einen Kompromiss einigen können. Heraus kam ein Entwurf für einen Weltklimavertrag, der 2020 in Kraft treten soll.
Am frühen Sonntagmorgen verständigten sich die Unterhändler auf einen Fahrplan für ein rechtsverbindliches Klimaabkommen, das nach 2020 in Kraft treten soll.
Keine konkreten Zusagen
Der Kompromissentwurf sieht vor, dass es bis 2015 ein verbindliches Klimaabkommen geben soll, das ab 2020 in Kraft treten könnte. Streit gab es bis zuletzt, wie verbindlich es sein soll. Und ob es nicht früher in Kraft treten müsste, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll soll erst bei der nächsten Klimakonferenz 2012 verlängert werden - es ist das bisher einzige bindende Abkommen. Langfristig soll die sogenannte Durban-Plattform zunächst die Klimarahmenkonvention und später auch das Kyoto-Protokoll ablösen. Danach müssten alle Staaten nach den gleichen Regeln Verpflichtungen zur Emissionsminderung eingehen. Die EU hatte zusammen mit den ärmsten Ländern und Inselstaaten den Druck auf große Verursacher von Treibhausgasausstößen stark erhöht.
Umweltschützer sind enttäuscht
"Der unter Druck von Indien und den USA abgeschwächte Kompromiss wird nicht zu einem international verbindlichen Klimaschutzvertrag führen, sondern zu einem nur lose bindenden Abkommen", sagte Klimaexperte Martin Kaiser, der für Greenpeace die Verhandlungen in Südafrika verfolgt hat. Nun drohe erneut ein langwieriger Verhandlungsprozess. Ähnlich kritisch äußerten sich auch andere Umweltschutzorganisationen wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU).
Lange Lösungssuche
Ursprünglich hätte die 17. Klimakonferenz bereits am Freitag enden sollen. Zur Lösungssuche wurde das Treffen extra um einen Tag verlängert. Viele Papiere zur Beratung zwischen den Staaten waren sehr spät vorgelegt worden. Zudem sorgte das kompromisslose Dringen der EU-Staaten und von fast 100 Entwicklungsländern auf mehr verpflichtende Klimaschutzzusagen für verhärtete Fronten. Besonders die USA, China und Indien setzen bisher auf freiwillige Ziele zur Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes. Das Problem war am Samstag vor allem der große Zeitdruck. Viele Delegierte gerade aus ärmeren Ländern reisten schon ab, da sie ihr Flüge nicht umbuchen konnten. "Das ist die größte Ungerechtigkeit", sagte Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser. "Die, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, mussten schon abreisen und die Entscheidungen fallen ohne sie."

Wetter

