Kämpfe im Wintergarten Nützlinge gegen Schädlinge
Bewusster Verzicht auf die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln liegt im Trend. Gerade für Wohnzimmer und Wintergärten gibt es etwas viel Besseres: Nützlinge.
Nützlinge hinterlassen keine chemischen Rückstände und verursachen keine üblen Gerüche. Im Nachfolgenden werden drei gängige Nützlingsarten näher vorgestellt.
Australische Marienkäfer – Cryptolaemus montrouzieri
Larven, aber auch adulte Tiere dieser Art fressen vor allem Wollläuse. In ihrem Leben können sie bis zu 300 Stück davon vertilgen. Zum Wohlfühlen benötigen sie Temperaturen von über 20°C und eine Luftfeuchtigkeit von 70% und mehr. Dann vermehren sie sich im Bestand und werden rasch Herren über die Schädlinge. Die Larven mit den weißen Wachsfäden sehen den Wollläusen sehr ähnlich, sind aber etwas größer und beweglicher. Die Käfer selbst sind kleiner als unsere heimische Art. Geliefert werden die Larven meist in Plastikboxen, die mit Streifen von Küchenkrepp befüllt sind. Diese Streifen hängt man mitsamt den Larven in den Bestand.
Florfliegen – Chrysoperla carnea
Florfliegenlarven sind wahre Allesfresser: Blattläuse, Spinnmilben und Thripse stehen auf ihrem Speiseplan. Einziges Problem: Ihr Hang zum Kannibalismus. Daher erfolgt die Lieferung der Larven in Wabenkartons.
In jeder Wabe befindet sich eine Larve. Um ein gegenseitiges Auffressen zusätzlich zu erschweren, sind die Kartons mit einer Gaze überzogen. Zum Ausbringen einfach ein Stück von der Gaze abziehen, den Karton umdrehen und die Larven auf die Pflanzen klopfen. Florfliegenlarven brauchen zu ihrer Entwicklung Temperaturen von mindestens 15-20°C und eine Luftfeuchtigkeit von 50-70%. Dann schaffen sie es auch, bis zu fünfhundert Blattläuse zu fressen.
Raubmilben
Diese räuberischen Verwandten der Spinnmilben – gegen die sie eingesetzt werden – werden auf Bohnenblättern oder in Vermiculit-Granulat geliefert. In Granulat gelieferte Raubmilben klopft man über den befallenen Pflanzen aus. Die Bohnenblätter und das Papier, in das sie eingewickelt sind, hängt man in den Bestand. Zu einer guten Entwicklung benötigen die Raubmilben mindestens 20-25°C und eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 50%. Nur dann vermehren sie sich schneller als die Spinnmilben. Steigt die Temperatur über dreißig Grad und sinkt die Luftfeuchte unter fünfzig Prozent, vermehren sich die Spinnmilben schneller als die Raubmilben, dann bleibt ein Erfolg leider aus. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man durch regelmäßiges Sprühen die Luftfeuchte konstant erhöhen.
Für eine erfolgreiche Ausbringung:
- Beipackzettel beachten und geeignete Bedingungen schaffen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit)
- Spritzungen mit chemischen Mitteln zwei bis drei Monate vor Ausbringung einstellen bzw. nützlingsschonende Mittel verwenden (aktuelle Zulassungen beim BVL, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, erfragbar)
- Verpackungsmaterialien einige Tage im Bestand liegen lassen, damit Nachzügler abwandern können

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