Himbeerschnitt Beeriges aus Veitshöchheim
1,90 Meter sind das Ziel. Mit seinen 1,78 Meter kann Roman Döppler so die Früchte später leicht ernten. Wer kleiner ist, kann die Triebe auch bis auf 1,70 Meter zurückschneiden - Himbeerruten sind da kompromissbereit!
Doch nun noch mal von Anfang an: Bei Himbeeren unterscheidet man zwischen Sommertragenden und Herbsttragenden Sorten. Und nicht nur der Reifezeitpunkt unterscheidet die Sorten, sondern auch der Schnitt!
Sommertragende Himbeeren
Bei Sommertragenden Himbeeren fruchtet die Rute vom letzten Jahr. Deshalb ist der eigentliche Schnitt im Sommer nach der Ernte. Dann schneidet man alles Abgetragene heraus und entfernt überflüssige Jungruten. Etwa 10-12 Ruten sollten auf den laufenden Meter stehen bleiben - mehr nicht. Stehen die Ruten zu dicht, begünstigt das Krankheiten und die Fruchtqualität leidet, denn nicht alle Früchte können ausreichend versorgt werden. Deshalb lässt man auch nur die schönsten und kräftigsten Jungruten stehen. Diese bindet man dann am Gerüst an. Im Frühjahr schneidet noch man die zu langen Jungruten zurück, je nach Körpergröße auf 170 bis 200 Zentimeter. Denn sind die Ruten zu lang, könnten sie abbrechen. Zudem ist die Fruchtqualität an den dünnen Spitzen nicht so gut - und man kann leichter ernten.
Herbsttragende Himbeeren
Während die Sommertragenden Himbeeren jetzt ordentlich in Reih und Glied stehen, herrscht in den Beeten nebenan noch Chaos. Hier wachsen sogenannte Herbsttragende Sorten. Das sind Himbeeren, die an den diesjährigen Trieben blühen und fruchten. Bei Herbsttragenden Himbeeren schneidet man alle Ruten bodennah ab, etwa fünf Zentimeter über dem Boden. Wichtig ist bei dem Anpflanzen dieser Himbeeren, dass man ein anders Gerüst baut. Am besten eignet sich ein 1 Meter breites Gerüst, bei dem auf Querbalken ein Wildschutzdraht gespannt wird. So können die Jungruten durch den Draht durchwachsen und werden so gehalten.
Die abgetragenen Ruten sollten nicht bereits im Herbst abgeschnitten werden, denn sie dienen als Frostschutz für die Stöcke. Erst Ausgang des Winters im Februar oder März schneidet man die Ruten ganz zurück. Der Vorteil dieser Herbsttragenden Himbeeren ist, das man ein sehr langes Erntefenster hat. Es beginnt im August und geht bis zum ersten Frost, sie bringen dadurch über eine lange Zeit Frucht. Damit die Himbeeren gut gedeihen, sollte man sie im März mit 1 bis 2 Litern Kompost und 80 Gramm Hornspänen pro Quadratmeter düngen.
Neue Sortenvielfalt bei Herbsttragenden Himbeeren
Im August haben die Triebe der Herbsttragenden Himbeeren eine Höhe von 2 bis 2,5 Metern erreicht. Die Früchte reifen im oberen Drittel. Die erste Sorte, die man so gekannt hat, war 'Autum Bliss', gefolgt von 'Himbo Top' und 'Polka'. Neu und noch weitgehend unbekannt sind die Herbsttragenden Sorten 'Aroma Queen' und 'Sugana'. Beide punkten mit großen Früchten und einem intensiven Geschmack. Neben roten Sorten gibt es auch gelbe Himbeeren wie die Sorte 'Golden Bliss'.
Ideale Nascherei
Ob gelb oder rot - für Himbeeren kann man durchaus eine Naschempfehlung geben! 100 Gramm haben nur 34 Kalorien, dafür stecken aber 25 mg Vitamin C und 1 mg Eisen in den Früchten. Gute Voraussetzungen: Denn Eisen nimmt der Körper am besten in Kombination mit Vitamin C auf. Geerntet wird in Veitshöchheim alle zwei Tage, am späten Vormittag. Dann sind die Früchte trocken und besitzen das höchste Aroma. Faulige und angefressene Himbeeren sollte man bei jedem Pflückgang entfernen, so reduziert man die Ansteckungsgefahr für nachkommende Früchte. Gesunde und trockene Himbeeren kann man zwei Tage kühl aufbewahren, den besten Geschmack haben die Früchte jedoch direkt nach der Ernte.
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