Bayerisches Fernsehen - Querbeet


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Der Spitzwegerich Wegbegleiter mit Nutzen

Spitzwegerich entdeckt man überall entlang von Wiesen und Feldern. Das Wort Wegerich stammt von "Wega" und "Rih", was wohl Weg und Herrscher bedeutet. Man könnte den Spitzwegerich deshalb auch als Weg-Beherrscher bezeichnen. Ein Herrscher, in dem nur Gutes steckt ...

Stand: 05.11.2012
Spitzwegerich - Plantago lanceolata | Bild: BR

Für Professor Christa Habrich zählt der Spitzwegerich zu den sehr wertvollen Heilpflanzen, denn die Blätter des Krautes enthalten Aucubin, das antibakteriell wirkt, Schleimstoffe, Zucker, Gerbstoffe, Kieselsäure, viel Zink und Kalium. Die Schleimstoffe sind in der Lage die Haut einzuhüllen und zu schützen, deshalb ist er seit alters her bewährt bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Heiserkeit und Husten. Wenn man auf einer Wanderung oder im Garten von einem Insekt gestochen wird, kann man ein paar Blätter des Spitzwegerichs sammeln, diese zerreiben, bis der Saft austritt und ihn anschließend auf den Stich geben. Die Inhaltsstoffe bewirken, dass der Stich sich nicht entzündet und gut abheilt.

Kaufen oder selbst sammeln?

Aus den Blättern des Spitzwegerichs lässt sich ein frischer Presssaft gewinnen, diesen wiederum kann man pur oder verdünnt zu sich nehmen oder zu Sirup weiterverarbeiten. Den höchsten Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen haben die jungen Blätter des Spitzwegerichs. Besonders der Wirkstoff Aucubin ist im älteren Grün nur in geringerer Konzentrationen vorhanden.

Im professionellen Anbau schneidet man die Rosetten regelmäßig, dadurch treibt der Spitzwegerich ständig neu aus. Drei bis vier Ernten sind beim Feldanbau jedes Jahr möglich. Sammelt man die Blätter selbst, sollte man gezielt junge Blätter wählen. Verwechseln kann man den Spitzwegerich übrigens kaum. Er hat sehr ausgeprägte Blattrippen auf der Blattunterseite, die man nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann.

Steckbrief: Spitzwegerich - Plantago lanceolata

Familie: Wegerichgewächse - Plantaginaceae
Herkunft: heimische, krautige Pflanze
Wuchs: Blattrosette, Blätter 10 bis 20 Zentimeter lang, deutliche Blattrippen
Blütezeit: Mai bis Oktober, unscheinbare walzenförmige, ährige Blüten
Standort: in Wiesen, entlang von Wegen, fast auf jedem Boden
Vermehrung: durch Aussaat


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