Bayerisches Fernsehen - Querbeet


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Zipperle Saftige Wildpflaumen

Sie sind drei bis fünf Zentimeter klein, rot, gelb oder orange und sehr saftig. Die Rede ist von Wildpflaumen, auch Zipperle genannt. Von August bis in den September hinein reifen die kleinen schmackhaften Früchte.

Stand: 09.09.2011
Zipperle - Wildpflaumen | Bild: BR

Im Altmühltal, am Dorfrand von Dixenhausen bei Thalmässing, liegt Barbara Krasemanns Garten. Eine Hecke aus heimischen Bäumen und Sträuchern verbindet das Gartengrundstück mit der freien Landschaft.

Zipperlein als Hecke

In dieser Hecke stehen zahlreiche Wildpflaumen und liefern eine überaus reiche Ernte. Barbara Krasemann erntet sie den ganzen Sommer über, denn sie reifen nach und nach. Sind sie noch hell, sind die kleinen Früchte relativ sauer. Je dunkler sie werden, desto süßer und saftiger sind sie. Will man selbst eine solche Wildpflaume im Garten haben, isst man am einfachsten eine Frucht und hebt den Kern auf. Ausgesät in einem sonnigen Garteneck dauert es sechs bis acht Jahre, bis der eigene Baum Früchte trägt.

Zentnerweise Früchte

40 Zentimeter hoch waren die Wildpflaumen, als Barbara Krasemann sie vor 26 Jahren pflanzte. Seit zwei Jahrzehnten liefern sie nun schon Früchte, und jedes Jahr werden es mehr. Drei Zentner Wildpflaumen, also 150 Kilo, landen jeden Sommer im Dampfentsafter von Barbara Krasemann. Das Ergebnis: etwa 80 Liter Pflaumensaft.

Einmal pro Woche verarbeitet die passionierte Gärtnerin die frisch die geernteten 'Zipperle'. Denn voll ausgereifte Wildpflaumen haben eine sehr dünne Fruchthaut, die schnell Druckstellen bekommt. Lagern kann man die Wildpflaumen deshalb maximal ein bis zwei Tage. Besser ist es aber, die Früchte sofort zu verwerten.

Dampfentsaften - schonend und effektiv

Kontakt:

Barbara Krasemann
Dixenhausen 23
91177 Thalmässing
Tel.: 09173/78886
Fax: 09173/795357
Mail: info@baerbels-garten.de

"Die einfachste Methode diese Früchtchen zu verarbeiten, ist das Dampfentsaften, und das ist keine Arbeit, sondern reinstes Vergnügen!" sagt Barbara Krasemann. Im unteren Teil des Dampfentsafters befindet sich das Wasser, es wird erhitzt und steigt als Wasserdampf nach oben. Die in einem Siebeinsatz liegenden Zipperle werden vom Dampf umhüllt und erwärmt. Nach und nach platzen die Zellwände und der Saft tritt aus. Über einen Schlauch wird der Saft abgelassen und in Kannen abgefüllt. Circa fünfzehn Minuten braucht es, bis der Saft zu fließen beginnt, dann dauert es etwa 45 Minuten, bis der ganze Saft ausgetreten ist. Die Ausbeute ist bei derart saftigen Früchten sehr hoch. 3 bis 3,5 Liter Saft kann man von fünf Kilo Früchten durchaus erwarten.

Saft oder Gelee

Einen kleinen Teil des Saftes verarbeitet Barbara Krasemann gleich zu Gelee, das meiste aber füllt sie als puren Saft ab. Damit der nicht das Gären beginnt, wird er in Literflaschen eingeweckt, 35 Minuten bei 85 Grad. Denn frischer Saft würde im Kühlschrank nur wenige Tage halten, Eingewecktes hingegen kann man mehrere Jahre lagern. Damit das Einwecken oder Sterilisieren funktioniert, sollten die Flaschen bis dicht unter den Rand mit Saft gefüllt sein. Der Gefäßhals, auf dem der Gummi aufliegt, muss sauber und trocken sein. Federklemmen fixieren den Verschluss. So vorbereitet können die Flaschen in den Weckkessel. 35 Minuten später sind sie fertig und müssen, bevor sie ins Lager kommen, nur noch abkühlen. Im Herbst und Winter genossen, ruft der süße Pflaumensaft Erinnerungen an warme Spätsommertage wach.


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