Japanische Leberblümchen Kostbarkeiten aus Fernost
Es ist Frühling! Laut phänologischem Kalender zeigt die Blüte von Haselnuss und Leberblümchen den Beginn dieser Jahreszeit an. Unter einem Mantel aus altem Laub zeigt das Leberblümchen seine ersten Blüten.
'Yukiwari-Sou' - Blume, die den Schnee bricht - so wird das Leberblümchen in Japan auch genannt. Unter Bäumen und Sträuchern, zwischen Ästen und trockenem Laub erscheinen im Erstfrühling die zarten blauen Blüten unseres heimischen Leberblümchens, bot. Hepatica nobilis var. nobilis. Kaum einer jedoch hat schon einmal etwas von weißen oder gar rosa Sorten unseres Leberblümchens gehört. Erst seit dem 19. Jahrhundert werden diese Pflanzen in Europa gekreuzt.
Eine Pflanze für Liebhaber
In Japan hat das Züchten der Leberblümchen eine lange Tradition. Seit mehr als 250 Jahren beschäftigen sich Gärtner und Liebhaber mit dem Kreuzen von immer ungewöhnlicheren Farben und Formen von Hepatica nobilis var. japonica. Weit mehr als 1000 verschiedene Sorten sind im Umlauf. Für mehrere hundert Euro werden diese kleinen Kostbarkeiten gehandelt. Aber es geht auch wesentlich teurer: Ausgefallene, seltene Klone können schon mal zum Preis eines Kleinwagens gehandelt werden.
Steckbrief: Japanisches Leberblümchen - Hepatica nobilis var. japonica
Familie: Hahnenfußgewächse - Ranunculaceae
Herkunft: Japan
Wuchs: ausdauernde, krautige Pflanze, bis zwanzig Zentimeter hoch
Blüte: Ende Februar bis Ende März
Standort: lichter Schatten, humose, durchlässige Erde
Pflege: ausgepflanzt kaum Pflege notwendig, bei lang anhaltender Trockenheit etwas gießen
Vermehrung: Teilung, Aussaat
Namen mit Bedeutung!
Die tausendstufigen Hepatica gehören zu den kostbarsten Sorten, die es gibt. Jede Einzelblüte besticht dabei durch ihre zahllosen Blütenblätter. Vielfältige Farbvarianten und Farbverläufe sind zu bestaunen, das Sammeln dieser zarten Pflanzen kann sehr leicht zur Sucht werden. Jede Sorte hat einen sehr poetischen Namen, selbstverständlich mit Bedeutung. ‚Tousen' heißt Pfirsichfee und ‚Nami no Oto' bedeutet übersetzt Meeresbrandung. ‚Kuro Taiyo' zählt zu den ausdrucksstärksten Sorten. Die Blütenblätter sind grün und weiß, stark voneinander abgesetzt - Sonnenfinsternis bedeutet der Name dieser Schönheit übersetzt. Und Schönheit hat in diesem Fall auch seinen Preis, um die 2.500 Euro wird diese Sorte in Europa gehandelt, ein Sammlerstück.
Japanische Leberblümchen im Garten?
Wie das heimische Leberblümchen möchte auch das aus Japan stammende Pflänzchen waldähnliche Boden- und Lichtverhältnisse. Es bevorzugt relativ schattige Plätze; die Erde sollte leicht sauer, sehr humusreich und durchlässig sein. Die Winterhärte ist noch nicht erwiesen, in mildem Klima und mit Winterschutz kann man die kleinen Kostbarkeiten auspflanzen, bei ungünstigem Klima oder schweren Böden ist die Kultur im kalten Gewächshaus oder Wintergarten zu empfehlen. Kostbare Sorten sollten als Topfkultur gepflegt werden.

Wetter



