Bayerisches Fernsehen - Querbeet

Experiment im Beet Melonen aus Bamberg

Der Mustergarten 3 der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau in Bamberg ist jedes Jahr einem neuen Thema gewidmet. 2011 haben sich die Experten an den Anbau von Zucker- und Wassermelonen gewagt. Deren Kultur gilt in Bayern als schwierig, vor allem im ungeschützten Freiland.

Stand: 10.09.2012
Wasser- und Honigmelonen am Spalier | Bild: BR

Beste Startbedingungen bekommen die vorgezogenen Jungpflanzen in Bamberg auf jeden Fall. Der Boden der Beete wurde mit einer Fräse 20 Zentimeter tief gelockert. Für ausreichend Nährstoffe sorgen Hornspäne, etwa 20 Gramm pro Pflanzstelle. Die Hornspäne werden im Pflanzloch gut eingemischt, denn sie brauchen die Feuchtigkeit im Boden damit die Umsetzung stattfinden kann. Vor dem Pflanzen sollte man dann die Melonenpflanzen nochmal tauchen, damit sich der Wurzelballen gut vollsaugen kann.

Gepflanzt wird eine Melone auf einen Quadratmeter. Der richtige Pflanzzeitpunkt ist ebenfalls entscheidend für den Erfolg: Setzt man die Melonen zu früh, bekommen sie nach kalten Nächten Wachstumsdepressionen. Pflanzt man sie zu spät, ist die Fruchtausreife unsicher. Die Bamberger Experten haben deshalb die Eisheiligen abgewartet und am 20. Mai mit dem Auspflanzen begonnen. Zu dieser Zeit ist der Boden schon aufgewärmt, das sorgt für ein schnelles Einwachsen.

Männlein und Weiblein

Melonenpflanzen haben männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze, die männlichen Blüten haben nur einen ganz dünnen Stiel, bei den weiblichen sieht man schon den Fruchtknoten, aus dem dann die Melone entsteht. Diese weiblichen Blüten entstehen vorzugsweise an Seitentrieben, deshalb ist es wichtig die Melonen beim Pflanzen zu köpfen. Durch das Köpfen der Melonen fördert Birgit Rascher die Verzweigung und damit die Bildung von Seitentrieben mit weiblichen Blüten. Bestäubt werden die Blüten von Bienen und Hummeln. Bereits sechs Wochen nach dem Pflanzen kann man im dichten Laub 10 Zentimeter große Zuckermelonen entdecken.

Jetzt folgt bei den Zuckermelonen der nächste Arbeitsschritt: Das Entspitzen. Dabei entfernen die Experten aus Bamberg die Triebspitze der Seitentriebe zweiter Ordnung, an denen sich eine kleine Melone entwickelt hat. Das Entspitzen hindert die Pflanze daran, mehrere Blüten und damit Früchte am gleichen Trieb anzusetzen. Die weiteren Zuckermelonen hätten keine Chance auszureifen, und würden zudem mit der ersten Frucht um Nährstoffe konkurrieren. Doch nicht jede Melonenart muss entspitzt werden. Wassermelonen kann man beispielsweise sich selbst überlassen, es sind keine Schnitt- oder Erziehungsmaßnahmen notwendig.

Unter Beobachtung!

Doch gerade die Wassermelonen haben die Bamberger Experten etwas skeptisch im Blick behalten. Mit zwei bis drei Kilo sind ihre Früchte im Schnitt doppelt so groß wie die der Zuckermelonen und brauchen deshalb auch eine lange Reifezeit.

Doch das Wetter in Bamberg hat es mit den Früchten gut gemeint. Die Tagesdurchschnittstemperatur lag im August 2011 bei 18,3 Grad und allein in diesem Monat gab es 203 Sonnenstunden. Der spannende Moment kam dann im September: Die Ernte. Doch woran erkennt man die Reife der Früchte? Das einzige Merkmal die Reife zu erkennen ist der Klang der Früchte, denn äußerlich verändern sie sich kaum. Klingt die Wassermelone hohl und dumpf, kann man auf eine süße Frucht hoffen. In Bamberg konnten 2011 einige vollreife und saftig-süße Früchte geerntet werden, doch in jedem Jahr wird das wahrscheinlich nicht gelingen. Wer sich an den Anbau von Melonen wagen möchte, sollte einen geschützten sonnigen Platz oder ein Kleingewächshaus besitzen. Spaß macht das Experimentieren mit den Früchten in jedem Fall!


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