Bayerisches Fernsehen - Querbeet

Sommerblüher Lavendel Sortenvielfalt und Pflegetipps

Natursteinmauern unterteilen die Schaufläche der Staudengärtnerei Augustin in einzelne Beete. Der vollsonnige und trockene Standort ist ideal für Lavendel, er entwickelt hier einen besonders intensiven Duft.

Stand: 10.08.2012
Lavendel - Lavandula angustifolia | Bild: BR

Nicht jeder Lavendel ist blau, es gibt auch rosa- und weißblühende Sorten. In der Staudengärtnerei Augustin kann man 25 verschiedene Lavendelsorten betrachten. Eine davon ist 'Hidcote Blue' eine bewährte Sorte, die gedrungen wächst und intensive gefärbte dunkelblaue Blüten zeigt. 'Blue Cushion', also 'Blaues Kissen' heißt eine noch zwergiger wachsende Sorte. Über viele Jahre hinweg behält dieser Lavendel seine Form und bildet dichte Bestände.

Zartrosa Blüten und ebenfalls einen schönen Wuchs zeigt 'Miss Katherine'. 'Miss Katherine' wurde in England gezüchtet und erstmals 1992 vorgestellt. Die Sorte erreicht eine Höhe von etwa 50 Zentimetern und wird bis zu 60 Zentimeter breit. Beim Pflanzen sollte man ihr ausreichend Platz einräumen. Innerhalb von vier bis fünf Jahren entwickelt sie sich zu einem richtigen Kissen.

Lavendel kann wandern – auch ohne Füße

Findet Lavendel optimale Standortbedingungen vor, ist er durchaus in der Lage, sich durch Aussaat selbst zu vermehren. Fallen die Samen auf einen durchlässigen Boden mit etwas Humus, keinem sie innerhalb von zwei bis vier Wochen. In der Staudengärtnerei Augustin kann man an vielen der Natursteintreppen junge Lavendelpflanzen entdecken. Nach ein bis zwei Jahren beginnen sie selbst zu blühen und sich wiederrum über Samen zu verbreiten. So wandert der Lavendel regelrecht an den Steinmauern entlang.

Möchte man eine Lavendelsorte gezielt vermehren, geschieht das über Kopfstecklinge. Drei bis vier Zentimeter lange Triebspitzen werden dazu in ein sandiges Vermehrungssubstrat gesteckt. Nach etwa drei Wochen treiben diese Stecklinge Wurzeln und beginnen zu wachsen. Die beste Zeit zum Vermehren ist noch vor der Blüte, im Mai. In der Staudengärtnerei Augustin ziehen die Experten jedes Jahr 7.000 bis 10.000 Lavendelpflanzen nach.

Lavendel kombinieren?

Gut kombinieren kann man den mediterranen Halbstrauch mit trockenheitsliebenden Stauden wie der Ästigen Graslilie (Anthericum ramosum) und der Rasselblume (Catananche caerulea). Denn diese Pflanzen bevorzugen wie der Lavendel auch trockene, sonnige, durchlässige und nicht zu nährstoffreiche Böden. Auch Präriestauden und Gräser lassen sich gut mit Lavendel kombinieren. Das hat zudem den Vorteil, dass nach der Lavendelblüte andere Gewächse für Farbe sorgen.

Der Griff zur Schere

Lavendel sind pflegeleicht, brauchen eigentlich wenig Aufmerksamkeit. Einmal im Jahr sollte man allerdings zur Schere greifen. Der optimale Zeitpunkt für den Rückschnitt ist direkt nach der Blüte. Das fördert den Neuaustrieb und verhindert das Auseinanderbrechen der Halbsträucher. Verpasst man den Rückschnitt Anfang August, kann man auch im Mai des darauffolgenden Jahres noch zur Schere greifen und den versäumten Schnitt nachholen. Nur der jährliche Schnitt verhindert das Ausbrechen alter, verholzter Triebe. Zudem steckt der Lavendel nach dem Entfernen der Fruchtstände seine gesamte Energie in einen möglichst kräftigen, buschigen Neuaustrieb. So behält er über Jahrzehnte seinen kissenartigen Wuchs.

Kontakt:

Staudengärtnerei Augustin
Neunkirchener Straße 15
91090 Effeltrich
Tel.: 09133 77660


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